Kann ich auch schon in der psychosozialen Prozessbegleitung tätig werden, wenn ich die spezialisierte Aus- und Weiterbildung noch nicht vollständig abgeschlossen habe?

Die Aus- und Weiterbildungen zur psychosozialen Prozessbegleitung werden in der Regel mehrere Monate in Anspruch nehmen. Es ist daher absehbar, dass ein Abschluss der Kurse vor dem 1. Januar 2017 nicht in jedem Fall möglich sein wird. Für diese Konstellation sieht § 11 PsychPbG die Möglichkeit einer Übergangsregelung vor, von der Nordrhein-Westfalen in § 12 AGPsychPbG-E vorbehaltlich einer Änderung im Gesetzgebungsverfahren - Gebrauch machen wird. Vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Juli 2017 können aufgrund dieser Regelung Personen, die eine von einem Land anerkannte Aus- oder Weiterbildung begonnen, aber noch nicht beendet haben, als psychosoziale Prozessbegleiterin oder Prozessbegleiter nach § 1 AGPsychPbG-E (vorübergehend) anerkannt werden, sofern sie die übrigen dort genannten Voraussetzungen erfüllen. Die Anerkennung ist allerdings bis zum 31. Juli 2017 befristet.

Nach dem 31. Juli 2017 können dann nur noch Personen in der psychosozialen Prozessbegleitung (weiter) tätig werden, die eine abgeschlossene Aus- oder Weiterbildung vorweisen können. Dies gilt auch, wenn psychosoziale Prozessbegleiterinnen oder -begleiter aufgrund der Übergangsregelung in einem Strafverfahren tätig sind, welches über den 31. Juli 2017 hinaus andauert. In diesem Fall muss die Tätig-keit, wenn bis zum 31. Juli 2017 die Aus- oder Weiterbildung nicht abgeschlossen ist, an diesem Tag enden.