Wann kann ich psychosoziale Prozessbegleitung in Anspruch nehmen?

Das Recht, sich einer psychosozialen Prozessbegleiterin oder eines psychosozialen Prozessbegleiters zu bedienen, hat ab dem 1. Januar 2017 jede/r Verletzte (§ 406g Absatz 1 StPO). Die Staatskasse übernimmt die Kosten für die psychosoziale Prozessbegleitung allerdings nur im Fall einer Beiordnung. Ein Anspruch auf kostenfreie Beiordnung einer psychosozialen Prozessbegleiterin oder eines psychosozialen Prozessbegleiters besteht unter den Voraussetzungen des § 406g Absatz 3 Satz 1 und 2 StPO i. V. m. § 397a Absatz 1 StPO. Eine Beiordnung kommt danach insbesondere in Betracht für

  • minderjährige Opfer schwerer Sexual- oder Gewaltstraftaten und
  • sonstige Opfer schwerer Sexual- oder Gewaltstraftaten, wenn sie ihre Interessen selbst nicht ausreichend wahrnehmen können oder die besondere Schutzbedürftigkeit der oder des Verletzten eine Beiordnung erfordert.