1. Ziele

1.1
Der rechtskundliche Unterricht findet in der Regel in der 9. oder 10. Klasse der Sekundarstufe I der allgemeinbildenden Schulen statt. Er hat die Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern aus ausgewählten Rechtsgebieten, die ihre Interessen und ihren Erfahrungsbereich berühren, elementare Kenntnisse der Rechtsordnung zu vermitteln. Dabei sollen sie lernen, dass durch das Recht Staat und Gesellschaft gestaltet werden und der soziale Frieden gesichert wird. So soll der Rechtsfremdheit entgegengewirkt werden. In diesem Zusammenhang ist auch der Wert einer rechtsfriedenstiftenden Schlichtung nahe zubringen und auf die Möglichkeiten außergerichtlicher Konfliktregelungen hinzuweisen. Außerdem sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit befassen. Dabei soll verdeutlicht werden, dass der Rechtsstaat auch als Wertesystem zu verstehen ist. Die Schülerinnen und Schüler sollen vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Ursachen für Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit erkennen, dass der Rechtsstaat die Aufgabe hat, aktiven Schutz für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger zu gewährleisten und rechtsextremen Verhaltensweisen entschlossen entgegenzutreten.

1.2
Der erste Unterrichtsabschnitt beschäftigt sich mit dem Gebiet des Rechts, das sich als Antwort der Gesellschaft auf gesetzwidriges Verhalten befasst. Hier soll das Verständnis herausgebildet werden, dass das Strafrecht ein staatliches Ordnungssystem ist und das strafrechtliche Maßnahmen notwendig sind und wozu sie dienen.

Der zweite Unterrichtsabschnitt behandelt die Rechtsbeziehungen der Bürgerinnen und Bürger untereinander. Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass zwischen Altersgrenzen und rechtsrelevantem Handeln eine Beziehung besteht. Sie sollen darüber hinaus erkennen, dass durch entsprechendes eigenes Handeln Rechtsfolgen ausgelöst werden können.

Im dritten Unterrichtsabschnitt sollen die Schülerinnen und Schüler mit Fragen bekannt gemacht werden, die durch Abschluss und Beendigung eines Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses entstehen können.

Aufgabe des letzten Abschnitts ist es, die Schülerinnen und Schüler mit den Beziehungen zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und dem Staat mit seinen Behörden vertraut zu machen. Es soll die Einsicht vermittelt werden, dass das Verwaltungsrecht sowohl der Ordnung des Zusammenlebens der Menschen als auch der Daseinsvorsorge dient. Die Schülerinnen und Schüler sollen einsehen, dass die Verwaltung an das Gesetz gebunden ist und in einem Rechtsstaat der gerichtlichen Kontrolle unterliegt.