Forschungsanfragen im Justizvollzug

Was Sie beachten müssen, wenn Sie im nordrhein-westfälischen Justizvollzug forschen möchten.
Informationen rund um das Thema Forschen im Justizvollzug in Nordrhein-Westfalen: Hier erfahren Sie z. B., bei wem Sie einen Antrag für ein Forschungsprojekt stellen können und welche Informationen für die Prüfung Ihres Antrags benötigt werden.

Was muss ich beachten, wenn ich im nordrhein-westfälischen Justizvollzug forschen möchte?

Forschungsarbeiten im nordrhein-westfälischen Justizvollzug bedürfen grundsätzlich einer Genehmigung. Es kommt nicht darauf an, ob es sich um eine Bachelor, Diplomarbeit oder um andere Forschungsinteressen handelt. Zuständig für die Genehmigung ist, wenn nur in einer Justizvollzugseinrichtung geforscht werden soll, die Leiterin oder der Leiter der betreffenden Justizvollzugsanstalt. Die Anschrift der Justizvollzugseinrichtungen finden Sie hier. Soll in mehreren oder allen Justizvollzugseinrichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen geforscht werden, so ist das Ministerium der Justiz für die Genehmigung zuständig.

Um Ihnen eine Antragstellung zu erleichtern, reichen Sie bitte den ausgefüllten Fragebogen nebst den dort genannten Unterlagen ein.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass nicht jeder Forschungsanfrage entsprochen werden kann. So erfordern z. B. auch von Ihnen persönlich durchgeführte Interviews einen ganz erheblichen Aufwand auf Seiten der Anstalten. Das für Forschungsarbeiten abgestellte Personal stünde nicht für originäre Betreuungs- und Aufsichtsmaßnahmen zur Verfügung. Auf die besondere Sicherheitslage in den Justizvollzugseinrichtungen ist generell Rücksicht zu nehmen (u. a. kein Einsatz von Laptops). Bitte bedenken Sie, dass es nicht Aufgabe von Vollzugseinrichtungen oder des Kriminologischen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen ist, Literaturrecherchen für geplante Forschungsprojekte durchführen oder Zusammenstellungen von öffentlich zugänglichen Materialien (Statistiken, Aufsätze, Monographien etc.) für Antragsteller vornehmen. Derartige Anfragen oder andere Ersuchen, die umfangreiche Ermittlungen (z. B. die Heranziehung und Auswertung von Akten durch Justizpersonal) erfordern, werden mit Blick auf die Geschäftsbelastung der Justizbehörden grundsätzlich abgelehnt.

Im Falle einer Genehmigung wird diese in der Regel davon abhängig gemacht, dass nach Abschluss der Arbeiten das Forschungsergebnis zur Verfügung gestellt wird, damit dieses vom Kriminologischen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen ausgewertet werden kann.

Bitte berücksichtigen Sie, dass bundesweite Forschungsvorhaben, die explizit einen Ländervergleich oder einen Vergleich der Bundesrepublik Deutschland mit anderen Ländern beinhalten und deren Thematik besondere kriminalpolitische Bedeutung zuzumessen ist, zuvor unter den Ländern abzustimmen sind. In einem solchen Fall übernimmt der Kriminologische Dienst des Sitzlandes der antragstellenden Institution die inhaltliche Prüfung und Bewertung und legt das Ergebnis dem jeweiligen Justizministerium vor, das eine Empfehlung an die anderen Länder ausspricht.

  • Antrag für ein Forschungsvorhaben (/WebPortal_Relaunch/BS/formulare/vollzug/Antrag_Forschungsvorhabens.pdf) PDF-Dokument, öffnet neues Browserfenster / neuen Browser-Tab .pdf  470 kB
    Nutzen Sie diesen ausfüllbaren Antrag um Ihr Forschungsvorhaben zu beantragen und versäumen Sie bitte auch nicht, die dort erwähnten Anlagen beizufügen (z.B. Datenschutzkonzept - häufig erforderlich wenn ein Fragebogen genutzt werden soll, da dies in vielen Fällen mit der Erhebung personenbezogener Daten einhergeht; Muster Ihrer Erhebungsinstrumente sowie die schriftliche Bestätigung der diese Arbeit an der Hochschule betreuenden Person). Vorsorglich weise ich darauf hin, dass unvollständige Anträge zu Nachfragen und damit deutlichen Verzögerungen bei der Bearbeitung führen können.