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Quelle: Justiz NRW

Freizeitgestaltung

Viele Gefangene sind auch deswegen straffällig geworden, weil sie mit der Gestaltung ihrer freien Zeit nicht verantwortlich umgehen konnten; dies gilt vor allem für Jugendliche und Heranwachsende. Was unternimmt der Justizvollzug?

Viele Gefangene sind auch deswegen straffällig geworden, weil sie mit der Gestaltung ihrer freien Zeit nicht verantwortlich umgehen konnten; dies gilt vor allem für Jugendliche und Heranwachsende. Ihnen müssen im Vollzug Möglichkeiten und Wege zu einer für sie sinnvollen Gestaltung ihrer freien Zeit aufgezeigt werden. Ziel der Freizeitbeschäftigung soll vor allem sein, die Selbstentfaltung der Gefangenen zu fördern und ihre Eigeninitiative anzuregen.

Die Freizeitarbeit in Gruppen ist dabei ein geeignetes Übungsfeld für soziales Verhalten. Die Vollzugsanstalten sind angehalten, ein dieser Bedürfnislage entsprechendes möglichst umfassendes und differenziertes Angebot für die Freizeitgestaltung zu schaffen. Allerdings hat dieses Angebot in den personellen, finanziellen und räumlichen Gegebenheiten seine Grenzen.

Das Freizeitangebot bewegt sich mit vollzugsspezifischen Ausprägungen im Spektrum des Bildungsangebots von Weiterbildungseinrichtungen und sonstigen Anbietern von Freizeitmaßnahmen im freien Leben.

Außervollzugliche Organisationen (Einrichtungen der Weiterbildung pp.) und vollzugsfremde Personen (z. B. ehrenamtliche Betreuer) werden in die Durchführung von Veranstaltungen mit eingebunden. Die Gefangenen wirken in unterschiedlicher Form ebenfalls mit. Ihre Beteiligung reicht von der Anregung derartiger Veranstaltungen bis hin zur inhaltlichen Mitgestaltung und Organisation.

Es ist Erfahrung der Praxis, dass die Teilnahme an Freizeitgruppen zu größerer Ausgeglichenheit, einem Abbau von Aggressionen, offenerem Auftreten, Vermehrung der Eigeninitiative der Gefangenen und allgemein zu einer Verbesserung der Atmosphäre in den Anstalten führt. Die Leitung von Gruppen durch Bedienstete des allgemeinen Vollzugs- und Werkdienstes macht sich im Übrigen positiv im Sinne eines besseren gegenseitigen Verständnisses bemerkbar.