Besonderheiten beim Frauenvollzug

Informationen rund um das Thema Frauenvollzug.

Was sind die Besonderheiten beim Frauenvollzug?

In Nordrhein-Westfalen stehen für weibliche Gefangene, einschließlich der Untersuchungsgefangenen, rund 1000 Haftplätze in sieben Justizvollzugsanstalten, darunter 20 Plätze im Justizvollzugskrankenhaus NRW in Fröndenberg, zur Verfügung. Die erwachsenen weiblichen Gefangenen sind in der Justizvollzugsanstalt Willich II untergebracht, einer reinen Frauenanstalt, sowie in besonderen Abteilungen der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede, Bielefeld-Senne, Gelsenkirchen, Köln und in der Zweiganstalt Dinslaken der Justizvollzugsanstalt Duisburg-Hamborn. Untersuchungshaft und Jugendstrafe an weiblichen Gefangenen wird ausschließlich in einer besonderen Abteilung der Justizvollzugsanstalt Köln vollzogen.

Rund ein Viertel der Haftplätze für weibliche Gefangene befindet sich im offenen Vollzug.

Besonders hervorzuheben ist, dass Nordrhein-Westfalen über eine besondere Einrichtung verfügt, die es ermöglicht, weibliche Gefangene zusammen mit ihren Kindern unterzubringen. Die so genannte Mutter-Kind-Einrichtung ist dem Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg als Einrichtung des offenen Vollzuges angeschlossen; sie verfügt über 16 Plätze für Mütter und bis zu 22 Plätze für deren Kinder.

Für die Ausgestaltung des Frauenvollzuges sind u. a. folgende Besonderheiten bestimmend:

  1. Die Zahl der weiblichen Gefangenen ist gering (mehr Daten gibt es imBereich Statistik).
  2. Die äußeren Umstände des Freiheitsentzuges wirken sich im Allgemeinen auf weibliche Gefangene belastender aus als auf männliche Gefangene.
  3. Sicherheit und Ordnung in der Anstalt lassen sich bei weiblichen Gefangenen in der Regel mit weniger Einschränkungen gewährleisten als bei männlichen Gefangenen.

Die erwähnten Besonderheiten des Frauenvollzuges haben dazu geführt, dass weiblichen Gefangenen innerhalb der Vollzugseinrichtungen im Allgemeinen mehr Freiheit gewährt wird als männlichen Gefangenen. Weibliche Gefangene dürfen in der Freizeit grundsätzlich eigene Kleidung tragen. Auch die Ausstattung des Haftraumes mit eigenen Gegenständen wird meist großzügiger gehandhabt als bei männlichen Gefangenen.

 

 

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