Jugendstrafvollzug

Rechtsgrundlage und Informationen zum Jugendstrafvollzug.

Rechtsgrundlage für den Vollzug der Jugendstrafe ist das am 01.01.2008 in Kraft getretene Gesetz zur Regelung des Jugendstrafvollzuges in Nordrhein-Westfalen.

Leitprinzipien des Jugendstrafvollzugsgesetzes Nordrhein-Westfalen sind die erzieherische Ausgestaltung des Vollzuges und die individuelle an den Bedürfnissen des Einzelnen ausgerichtete Förderung, um die soziale (Re-)Integration der jungen Gefangenen nach ihrer Haftentlassung zu erreichen. Diese Leitprinzipien sind die passende Antwort auf die multiplen Entwicklungsdefizite der jungen Gefangenen. Dementsprechend werden in den Jugendstrafvollzugsanstalten des Landes Nordrhein-Westfalen eine Vielzahl von Maßnahmen angeboten, die entsprechend der jeweiligen Gefangenenpopulation von Anstalt zu Anstalt variieren, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Gefangenen gerecht zu werden. Entsprechend verfügen Jugendstrafanstalten über ein differenziertes Angebot schulischer und beruflicher Bildungsmaßnahmen, sowie ein breites Betreuungs- und Erziehungsangebot durch z. B. besonders geeignete Mitarbeiter/innen, Wohngruppen, Gesprächs- und Therapiegruppen und ein vielfältiges Angebot zur Sport- und Freizeitgestaltung.Aus dem Bereich der Förderungs- und Erziehungsmaßnahmen hebt das Jugendstrafvollzugsgesetz NRW die schulische und berufliche Aus- und Weiterbildung sowie die zielgerichtete qualifizierte Beschäftigung der jungen Gefangenen besonders hervor. Vor dem Hintergrund der gravierenden Bildungsdefizite der jungen Gefangenen handelt es sich um den wohl wichtigsten Kernbereich des vollzuglichen Angebots, der in elementarer Weise zur Verwirklichung des gesetzlich normierten Integrationsgrundsatzes beiträgt.Da die Haftzeit vieler junger Gefangener häufig nicht ausreicht, um eine im Vollzug begonnene Maßnahme - insbesondere eine berufliche Qualifizierungsmaßnahme - zu beenden, kommt dem gesetzlich normierten Grundgedanken, dass die jungen Gefangenen nach ihrer Entlassung weiterhin unterstützt werden müssen, damit die im Vollzug erreichten Erfolge auch nach der Entlassung fortbestehen, ebenfalls große Bedeutung in der Praxis zu. Der Schwerpunkt liegt auch hier bei Maßnahmen mit Arbeitsmarktbezug. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Gemeinschaftsinitiative "B5" (Systematische und abgestimmte Kooperation zwischen dem Justizvollzug und der Bundesagentur für Arbeit zur Arbeitsmarktintegration von Strafgefangenen und Haftentlassenen).
Von diesem Projekt werden auch positive Effekte zur weiteren Verbesserung der Auslastung und der bedarfsgerechten Umsetzung beruflicher Fördermaßnahmen erwartet.In Jugendstrafanstalten befinden sich Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 24 Jahren.Jugendstrafe an männlichen jungen Gefangenen wird in Nordrhein-Westfalen in fünf Jugendhaftanstalten vollzogen: Die Unterbringung im offenen Vollzug erfolgt in den Justizvollzugsanstalten Hövelhof, Heinsberg und Iserlohn, im geschlossenen Vollzug in den Justizvollzugsanstalten Heinsberg, Herford, Iserlohn und Wuppertal-Ronsdorf. Die jungen weiblichen Gefangenen sind in einer gesonderten Abteilung der Justizvollzugsanstalt Köln untergebracht. Weitere Informationen zu den Justizvollzugsanstalten finden Sie unter: http://www.justiz.nrw.de/Gerichte_Behoerden/justizimwww/justizvollzug/index.php.

 

 

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