Urlaub

Wieviel Urlaub steht einem Arbeitnehmer zu?
Fragen zum Urlaub

Wie hoch ist der gesetzliche Urlaubsanspruch?

Der gesetzliche Urlaubsanspruch umfasst jährlich 24 Werktage. Dabei legt das Bundesurlaubsgesetz eine Sechs-Tage-Woche zu Grunde. Arbeitet der Arbeitnehmer nur fünf Tage pro Woche, besteht ein gesetzlicher Urlaubsanspruch lediglich im Umfang von 20 Arbeitstagen.

Wann kann der Arbeitnehmer erstmals seinen vollen Urlaub in Anspruch nehmen?

Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben. Teilurlaubsansprüche können auch schon vorher entstehen. Dies gilt insbesondere, wenn das Arbeitsverhältnis in der zweiten Jahreshälfte beginnt oder wenn es sich um ein befristetes Arbeitsverhältnis handelt, bei dem die Befristungsdauer sechs Monate nicht übersteigt.

Entscheidet der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer über die Lage des Urlaubs?

Nach der gesetzlichen Formulierung sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, soweit diesen nicht dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer entgegenstehen. Es sind somit die wechselseitigen Interessen gegeneinander abzuwägen. Kann eine Einigung nicht erzielt werden, kann der Arbeitnehmer den Betriebsrat einschalten. Ein vom Arbeitgeber mit dem Betriebsrat vereinbarter Betriebsurlaub ist in der Regel ein dringender betrieblicher Belang, der eine Urlaubsfestlegung auf die Zeit des Betriebsurlaubs rechtfertigt.

Ist ein bis zum Jahresende nicht genommener Urlaub auf das nächste Kalenderjahr zu übertragen?

Nach dem Bundesurlaubsgesetz muss der Urlaub grundsätzlich im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden. Eine Übertragung des Urlaubs über das Jahresende hinaus ist nach der gesetzlichen Regelung nur möglich, soweit der Urlaub aus dringenden betrieblichen oder in der Person des Arbeitnehmers liegenden Gründen nicht im Urlaubsjahr genommen werden konnte. In diesem Fall ist der Urlaub nach der gesetzlichen Regelung bis spätestens zum 31.03. des Folgejahres in Anspruch zu nehmen. Tarifvertragliche oder arbeitsvertragliche Regelungen sehen zum Teil längere Übertragungszeiträume vor. Kann der gesetzliche Urlaub wegen einer dauernden Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers nicht genommen werden, verfällt er allerdings auch mit dem Ende des Übertragungszeitraums nicht.

Kann der Arbeitgeber mit dem Arbeitnehmer im bestehenden Arbeitsverhältnis eine Auszahlung von Urlaubstagen wirksam vereinbaren?

Urlaub ist bezahlte Freizeit, die der Erholung dienen soll. Eine Auszahlung von Urlaubstagen würde diesem Erholungszweck des Urlaubs widersprechen. Vor diesem Hintergrund kann eine Auszahlung nicht in Anspruch genommener Urlaubstage im bestehenden Arbeitsverhältnis nicht wirksam vereinbart werden.

Kommt eine Urlaubsabgeltung in Betracht, wenn der Arbeitnehmer bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses seinen Urlaub nicht vollständig in Anspruch genommen hat?

Kann der Urlaub wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnis nicht mehr gewährt werden, so ist er abzugelten. Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses besteht eine Ausnahme vom Abgeltungsverbot.

Darf der Arbeitgeber eine bereits erteilte Urlaubsgenehmigung wieder zurückziehen?

Eine Rücknahme des Urlaubs gegen den Willen des Arbeitnehmers ist nur in eng begrenzten Ausnahmefällen bei besonderen Notfällen zulässig. Der Arbeitgeber hat in solchen Fällen dem Arbeitnehmer im Allgemeinen den durch die Rücknahme des Urlaubs entstehenden Schaden zu ersetzen.

Darf der Arbeitnehmer den Urlaub antreten, wenn er der Auffassung ist, der Arbeitgeber verweigere den Urlaub zu Unrecht?

Darf der Arbeitnehmer den Urlaub antreten, wenn er der Auffassung ist, der Arbeitgeber verweigere den Urlaub zu Unrecht?

Ein eigenmächtiger Urlaubsantritt birgt für den Arbeitnehmer die Gefahr arbeitsrechtlicher Sanktionen bis hin zur fristlosen Kündigung des Arbeitsverhältnisses.

Der Arbeitnehmer ist in der gegebenen Situation gehalten, möglichst rechtzeitig eine Klärung mit dem Arbeitgeber herbeizuführen oder gegebenenfalls zur Klärung der Streitfrage gerichtlichen Rechtsschutz in Anspruch zu nehmen.