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Der "Werdenfelser Weg" und das Projekt "ReduFix"

Hier erhalten Sie nähere Informationen zu den Projekten.
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Werden Menschen, insbesondere in Heimen, durch Bettgitter, Gurte oder Steckbretter in Stühlen in ihrer Bewegungsfreiheit beschränkt, spricht man freiheitsentziehenden Maßnahmen. Solche freiheitsentziehenden Maßnahmen müssen durch das Betreuungsgericht genehmigt werden. Die genehmigten freiheitsentziehenden Maßnahmen haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Besonders betroffen von freiheitsentziehenden Maßnahmen in Form von Fixierungen sind Menschen mit Demenzerkrankungen.

Zugleich hat das pflegerische Wissen zugenommen, wie man solche freiheitsentziehenden Maßnahmen vermeiden kann. Denn eines ist klar: Mögen freiheitsentziehende Maßnahmen in aller Regel zum Schutz der betroffenen Menschen gedacht sein, haben sie doch oft unerwünschte Wirkungen wie zunehmende Immobilität, Gelenkversteifungen, Dekubitusgeschwüre und  Depressionen. Auch Todesfälle ereignen sich, weil sich fixierte Menschen mit den Fixierungsgurten strangulieren können. Um die Freiheitsgrundrechte der betroffenen Menschen zu wahren und ihnen ein würdevolles Leben zu ermöglichen, muss deshalb darauf geachtet werden, dass eine Fixierung stets das letzte Mittel, die Ultima Ratio, ist.

Eine Fixierung darf deshalb nur in den Fällen vorgenommen werden, in denen sie tatsächlich unumgänglich ist. Aber wann ist das der Fall? Zur Beantwortung dieser Frage ist das Wissen um Alternativen erforderlich - bei Pflegekräften, Heimleitungen, Ärzten, Verfahrenspflegern, aber auch bei den Betreuungsrichtern, die eine freiheitsentziehende Maßnahme genehmigen sollen. Und solche Alternativen gibt es: Sie reichen von Niederflurbetten, also Betten, die so tief heruntergefahren werden können, dass man sich bei einem Sturz aus ihnen heraus nicht verletzen kann, über geteilte Bettgitter, die ein Herausfallen verhindern, ein Aufstehen aber nicht unmöglich, hin zu Matratzen, die vor das Bett gelegt werden, um einen Sturz aufzufangen oder speziellen Sensormatten, die bei Kontakt ein Signal geben. Der Möglichkeiten, freiheitsentziehende Maßnahmen zu vermeiden und dennoch nicht auf (Sturz-)Schutz für die betroffenen Menschen zu verzichten, gibt es viele.

Hier setzen Initiativen wie der "Werdenfelser Weg" und "ReduFix" an: Die Alternativen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen müssen allen denjenigen bekanntgemacht werden, die mit der Frage, ob eine freiheitsentziehende Maßnahme erfolgen soll, befasst sind. Erst dann, wenn allen Handelnden bewusst ist, dass eine Fixierung in vielen Fällen nicht nur nicht nötig, sondern für den betroffenen Menschen sogar schädlich und gefährlich ist, wird eine Fixierung auch wirklich als Ultima Ratio eingesetzt werden. Die Erfahrungen mit dem "Werdenfelser Weg" und "ReduFix" zeigen, dass in den meisten Fällen auf freiheitsentziehende Maßnahmen verzichtet werden kann, ohne den Schutz der Menschen aus den Augen zu verlieren - vielfach gebietet der Schutz es gerade, eine Fixierung nicht vorzunehmen.

 

 

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