VZ - Validierungszentrum der Justiz NRW

Das Validierungszentrum der Justiz NRW (JVZ) ist u. a. für die Prüfung eingesetzter oder für den Einsatz vorgesehener Hard- und Softwareprodukte sowie für die Erklärung der Einsatzfähigkeit von Hard- und Softwarekombinationen zuständig.

Allgemeines
Ziele und Aufgaben
Technische Organisation

Allgemeines
Das Validierungszentrum (VZ) ist eine der vier zentralen IT-Betriebseinrichtungen (Beratungstelefon Informationstechnik (BIT), Technisches Betriebszentrum (TBZ), Validierungszentrum (VZ) und Zentrale IT-Beschaffungsstelle (ZIB)) und innerhalb dieser IT-Betreuungstruktur zuständig für die Validierung von Hard- und Softwarekomponenten. Es ist beim Präsidenten des Oberlandesgerichts Hamm eingerichtet. In den Räumen des VZ ist die komplette IT-Landschaft verschiedener Gerichte und Staatsanwaltschaften mit allen eingesetzten Fachverfahren und Anwendungen nachgestellt. 

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Ziele und Aufgaben
Release Management – Hard- und Softwareversionen im Griff
Um den landesweiten IT-Systembetrieb nicht zu gefährden, werden im VZ Hard- und Softwarekomponenten konfektioniert und „auf Herz und Nieren“ überprüft. Deshalb ist ein Arbeitsplatz nur mit bestimmten Produkten ausgestattet und nicht jede Software, die die Arbeit angenehmer machen könnte, kann zum Einsatz kommen. 
Wege zu neuen Standards 
Über neue Programme oder neue Hardware, die in die IT-Welt integriert werden sollen, entscheidet nicht das VZ. Hierzu wurde ein Gremium unter Beteiligung aller Mittelbehörden (z. B. der Oberlandesgerichte), des Ministeriums der Justiz und der oben genannten zentralen Betriebseinrichtungen, der IT-Ausschuss, gegründet. Die Abwicklung des „Tagesgeschäfts“ erfolgt über den vom IT-Ausschuss eingerichteten IT-Standardisierungsausschuss. Hier kann jede Behörde über Ihre zuständige Mittelbehörde einen Antrag auf Validierung einer neuen IT-Standardkonfiguration, die ein neues Programm oder eine neue Hardwarekomponente enthält, stellen. 

IT-Marktanalyse - Das Ohr am IT-Markt 
Während ein Kraftfahrzeug im Alter von zwei Jahren noch fast Neuwagenqualitäten aufweist, ist ein PC, ein Server oder eine Anwendung in der selben Situation häufig schon über mehrere Generationen hinweg veraltet. Das VZ hat neben der Durchführung von Validierungen die Aufgabe, den Markt nach neuen, für die Justiz sinnvollen IT-Lösungen zu durchsuchen. Diese Marktanalyse dient somit der frühzeitigen Erkennung neuer, für die Justiz nützlichen Entwicklungen im IT-Bereich. Das VZ erarbeitet darüber hinaus im Auftrag der ZIB die technischen Leistungsbeschreibungen für Ausschreibungen, überprüft die Auswahl von IT – Komponenten und fertigt Gutachten zur Umsetzung technisch/organisatorischer Anforderungen. Darüber hinaus erstellt das VZ für das JM NRW Gutachten zu Verbesserungsvorschlägen aus dem Ideenmanagement.

Third-Level-Support 
Im VZ werden im Zuge der Supporttätigkeit Probleme gelöst, die von grundsätzlicher konzeptioneller Bedeutung sind und für die sonst keine andere Stelle innerhalb der Justiz verantwortlich ist. In der Regel werden Probleme behandelt, deren technische Ursache in der Schnittstelle zwischen IT-Komponenten zu suchen sind, für die unterschiedliche Stellen verantwortlich sind. Ein aktuelles Beispiel ist die sogenannte „Blue-Screen-Problematik“, von der vor einiger Zeit etwa 1000 PC der ordentlichen Gerichtsbarkeit betroffen waren. Dabei wurden Unregelmäßigkeiten bei dem Aufspielen der Software durch den Dienstleister festgestellt, nachdem eine Reihe von scheinbaren Problemfeldern, wie z.B. eine Unverträglichkeit von Fachverfahren mit der Justizumgebung, ausgeschlossen werden konnten.

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Technische Organisation
In den Testumgebungen des Validierungszentrums prüfen technische Mitarbeiter, ob ein neuer Drucker oder die neue Version einer Anwendungssoftware auch wirklich mit der sonstigen IT-Umgebung verträglich ist („Validierung“). Hierzu bedient sich das VZ spezieller Prüfwerkzeuge. Eine solche Validierung kann je nach Aufwand einige Zeit in Anspruch nehmen. Oft endet sie mit der Freigabe des Programms oder der neuen Hardware in der IT-Umgebung. Der „Prüfling“ wird als neuer Baustein in die bestehende Hard- und Softwareumgebung aufgenommen. So entsteht eine neue sogenannte „IT-Standardkonfiguration“. Es kommt allerdings auch vor, dass die Tests im Labor negativ verlaufen. In diesem Fall wird gemeinsam mit der zuständigen Fachverfahrenspflegestelle oder der zuständigen Projektgruppe eine technische Lösung des Problems erarbeitet. Ein Beispiel für eine IT-Standardkonfiguration ist ein Arbeitsplatzrechner, der mit XP, Office 2007 und JUDICA/TSJ, WinFam und ggfs. weiteren Anwendungen z.B. in einem Amtsgericht steht.
 
Softwareinstallation auf Knopfdruck
Die kurzfristige landesweite Verteilung von Software auf über 30.000 Arbeitsplätze ist eine Aufgabe, die wirtschaftlich verträglich nur mit Unterstützung eines automatischen Softwareverteilsystems durchgeführt werden kann. Die Software wird im VZ in der sogenannten Paketierung zu Softwarepaketen zusammengefasst. Diese Pakete werden über das Landesverwaltungsnetz mittels SMS 2003 an alle Behörden verteilt und stehen am nächsten Tag landesweit in Ihrer Behörde zur Verfügung. Die Installation der Software erfolgt dann automatisch mit Hilfe der Pakete.