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Schwerer Kindesmissbrauch: Sicherungsverwahrung für Sozialcoach


Mittwoch, 05. Juni 2024 17.26 Uhr


Düsseldorf (dpa/lnw) - Obwohl er wegen Kindesmissbrauchs vorbestraft war, half er beruflich als Sozialcoach Problemfamilien, ihren Alltag zu bewältigen. Rückfällig wurde er aber bei einem «ehrenamtlichen» Einsatz.

 

Als Sozialcoach, auch Alltagshelfer genannt, half er beruflich Problemfamilien: Wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs ist ein 47-Jähriger am Mittwoch zu zehn Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Das Landgericht in Düsseldorf sprach den Familienhelfer schuldig, einen zwölfjährigen Jungen über Monate hinweg immer wieder missbraucht zu haben. Aus Opferschutzgründen war die Öffentlichkeit im Prozess weitgehend ausgeschlossen. 

Der 47-Jährige war von der Mutter des Jungen privat angesprochen und gebeten worden, im Konflikt der getrennt lebenden Eltern des Jungen zu vermitteln. In der Folge habe er sich das Vertrauen der Eltern und des Jungen erschlichen. Er war am 14. September vergangenen Jahres verhaftet worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Im Prozess hatte der 47-Jährige zu den Vorwürfen geschwiegen.

Trotz seiner pädophilen Störung sei der Mann voll schuldfähig, befand das Gericht. Der Missbrauch des Jungen sei nicht spontan erfolgt, sondern akribisch geplant gewesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.