Säuglings-Tod: Mutter gesteht Schlafmittelgabe an kleinen Sohn


Mittwoch, 08. August 2018 16.19 Uhr


Münster (dpa/lnw) - Ein drei Monate altes Baby wird mit einem Schlafmittel ruhiggestellt und stirbt. Jetzt steht die Mutter vor Gericht. Sie ist erst 19.

Nach dem Tod ihres drei Monate alten Babys muss sich eine 19-jährige Mutter seit Mittwoch in Münster vor Gericht verantworten. Die Angeklagte hat bereits zugeben, ihrem Sohn an 2. September 2017 Schlafmittel verabreicht zu haben. Außerdem waren im Körper des Säuglings Rückstände eines Antidepressivums und eines Hustenstillers gefunden worden.

Durch die Kombination der Medikamente war der Säugling laut Anklage verstorben. Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Münster hat die 19-Jährige unter Tränen beteuert, dass sie ihrem Sohn nichts antun wollte. «Ich habe ihn über alles geliebt», sagte sie den Richtern.

Ihr Baby sei schon am Abend zuvor unruhig gewesen. Am nächsten Tag habe sie ihm schließlich das Schlafmittel verabreicht. Danach habe er auch geschlafen. «Ich bin immer wieder rüber zu ihm - alles war gut», so die 19-Jährige. Bis zum Nachmittag. Da sei ihr Sohn plötzlich tot gewesen.

Die Angeklagte hatte ihre Wohnung in Wadersloh im Kreis Warendorf nach dem Tod ihres Sohnes verlassen, ohne Hilfe zu rufen. «Darüber ist sie selbst fassungslos», sagte ihr Verteidiger Burkhard Benecken am Rande des Prozesses.

Die 19-Jährige war fünf Monate nach dem Tod ihres Kindes festgenommen worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. «Sie hat die Medikamente verwechselt - und nicht eiskalt ihr Kind getötet», so Benecken.

Die Anklage lautet auf Totschlag. Im Falle einer Verurteilung nach Jugendstrafrecht drohen der Angeklagten bis zu zehn Jahre Jugendhaft.