Vergiftete Pausenbrote: Ex-Freundin beschreibt schwere Kindheit


Donnerstag, 10. Januar 2019 16.21 Uhr


Bielefeld (dpa) - Im Prozess um vergiftete Pausenbrote vor dem Landgericht Bielefeld hat eine ehemalige Lebensgefährtin am Donnerstag die Kindheit des angeklagten Mannes als schwierig beschrieben. Klaus O. sei in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, sagte die 54-Jährige, die von 1982 bis 1992 mit ihm zusammen gewesen ist. Der überforderte Vater soll versucht haben, die Familie zusammenzuhalten. Die Mutter dagegen lebte nach der Schilderung der Ex-Freundin in einer anderen Welt und war auch gewalttätig. Klaus O. verweigert bislang die Aussage.

Die Zeugin beschrieb ihn als normalen Menschen, der Freunde gehabt und auch gefeiert habe. Die Trennung sei von ihr ausgegangen. «Die Beziehung war irgendwann eingeschlafen», sagte die Frau als Begründung. Klaus O. habe versucht, die Beziehung zu retten. Streit habe es nicht gegeben.

Die Anklage wirft dem 57-Jährigen versuchten Mord sowie schwere und gefährliche Körperverletzung vor. Er soll jahrelang drei seiner Kollegen mit Quecksilber oder Bleiacetat vergiftet haben. Als Motiv vermutet die Staatsanwaltschaft, dass der angeklagte Deutsche den körperlichen Verfall der Kollegen über die Jahre beobachten wollte. Zwei von ihnen haben heute schwere Nierenschäden, ein dritter liegt seit Jahren im Wachkoma und ist ein Pflegefall.

Im Gegensatz zu der ehemaligen Lebensgefährtin hatten die Arbeitskollegen Klaus O. im Prozess als Einzelgänger beschrieben.