Prozess um Rietberger Raubmord: Zeuge aus Polen sagt aus


Donnerstag, 11. Oktober 2018 3.30 Uhr


Bielefeld (dpa) - Vor drei Jahren starb ein Mann bei einem Raubmord in Rietberg in Ostwestfalen. Das Landgericht Bielefeld hatte zwei Männer für die Tat bereits zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Das Urteil wurde aufgehoben. Jetzt sagt erstmals ein mutmaßlicher Mittäter aus.

Im Revisionsverfahren um einen Raubmord im ostwestfälischen Rietberg sagt am Donnerstag (9.30 Uhr) ein Zeuge aus Polen aus. Der Mann soll als Mittäter im November 2015 bei dem Überfall auf ein Brüderpaar im Kreis Gütersloh dabei gewesen sein. Ein 64 Jahre alter Mann kam dabei ums Leben, sein damals 63-jähriger Bruder konnte sich schwer verletzt zu Nachbarn schleppen.

Dem mutmaßlichem Mittäter war nach dem Überfall die Flucht gelungen. Im September 2017 wurde er gefasst. Er sitzt in Polen wegen anderer Delikte in Haft. Wegen des Raubmordes in Rietberg läuft gegen ihn in Deutschland ein eigenes Strafverfahren. Die Ermittler waren davon ausgegangen, dass er den 64-Jährigen getötet hatte. Die Brüder hatten insgesamt rund 400 000 Euro Verdienst aus ihrer Arbeit mit einer Autowerkstatt auf dem ehemaligen Bauernhof versteckt. Die Täter hatten aber nur 700 Euro gefunden.

Das Landgericht Bielefeld hatte zwei der insgesamt drei Polen im Dezember 2016 wegen gemeinschaftlichen Mordes aus Habgier, versuchtem Raub mit Todesfolge und gefährlicher Körperverletzung zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf. Der BGH rügte, dass Tatplan und Vorsatz in der Beweisführung zu wenig gewürdigt wurden. Seit Ende Februar 2018 läuft der zweite Anlauf.