Arbeitsgericht Bonn: „Fette Schlampe“ als Kündigungsgrund

25.07.2017

Auf eine Beleidigung einer Arbeitskollegin und eine vorgetäuschte Arbeitsunfähigkeit beruft sich eine Bonner Privatklinik zur Kündigung ihres Hausmeisters. Dieser wehrt sich beim Bonner Arbeitsgericht.

Seit 2011 ist der 44 Jahre alte Kläger bei der Klinik beschäftigt. Im März 2017 machte der Kläger zusammen mit einem Arbeitskollegen eine Zigarettenpause. Dazu gesellte sich eine Arbeitskollegin von der Rezeption. Während des Gesprächs musterte der Hausmeister seine

Kollegin und sagte zu ihr: „Du bist ne richtig fette Schlampe geworden.“

Zur Rede gestellt, berief sich der Hausmeister auf seinen bekannt flapsigen Ton und meldete sich krank. Als dann die Klinik die fristgemäße Kündigung durch eigene Mitarbeiter bei dem Hausmeister

zustellen wollte, gab es eine Überraschung. Der Hausmeister öffnete zwar nicht die Tür, sprang aber in voller Arbeitsmontur von dem Gerüst an seinem Wohnhaus, was er gerade neu verklinkerte. Darauf folgte die außerordentliche Kündigung der Klinik wegen vorgetäuschter

Arbeitsunfähigkeit.

Der Hausmeister verweist darauf, dass er sich bei der Kollegin für seinen lockeren Umgangston entschuldigt habe. Seine Arbeitsunfähigkeit sei nicht vorgetäuscht worden. Sein Arzt habe ihn

nach der angedrohten Kündigung wegen psychosomatischen Störungen krankgeschrieben und ihm empfohlen, nicht an die Kündigung zu denken und sich durch andere Beschäftigungen abzulenken.

Nach erfolglosem Gütetermin findet beim Arbeitsgericht Bonn der Kammertermin statt am

Donnerstag, 27.7.2017, um 9.30 Uhr, Saal 7 (Erdgeschoss)*

Achtung: Korrektur des Termins

Löhr-Steinhaus

stv. Pressesprecher

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