Eröffnung der Ausstellung "Die Rosenburg"
v. l. n. r.: Vizepräsident des Oberlandesgerichts Düsseldorf Dr. Ulrich Thole, Präsident des Landgerichts Düsseldorf Dr. Bernd Scheiff, Statssekretär der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen Dirk Wedel, Historiker Professor Dr. Manfred Görtemaker, Staatssekretär im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration Andreas Bothe. Quelle: Ute Grabowsky/photothek/BMJV

Landgericht Düsseldorf: Eröffnung der Ausstellung „Die Rosenburg“

15.03.2018

Gemeinsam eröffneten Staatssekretär im Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen Dirk Wedel und Präsident des Landgerichts Düsseldorf Dr. Bernd Scheiff am 15. März 2018 die Wanderausstellung "Die Rosenburg - das Bundesjustizministerium im Schatten der NS-Vergangenheit". Die Ausstellung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) beruht auf den Forschungsergebnissen einer Unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission unter Leitung des Historikers Professor Manfred Görtemaker und des Juristen Professor Christoph Safferling. Vor mehr als 160 Gästen führte Professor Dr. Manfred Görtemaker im Landgericht Düsseldorf in "Die Akte Rosenburg" ein. Anschließend erläuterte Ministerialdirigent im BMJV Gerd Nettersheim in einer spannenden Führung die Ausstellung.

Justizstaatssekretär Dirk Wedel würdigte die kritische Selbstbetrachtung des Bundesjustizministeriums und stellte die Bedeutung der Dokumentations- und Forschungsstelle "Justiz und Nationalsozialismus" in Nordrhein-Westfalen und ihrer Wanderausstellung heraus: "Auch diese Wanderausstellung bleibt nicht bei der Zeit des Nationalsozialismus stehen, sondern verdeutlicht auch die Nachwirkungen der Diktatur von der Gründung der Bundesrepublik bis in die heutige Zeit." Präsident des Landgerichts Düsseldorf Dr. Bernd Scheiff hob in seiner Ansprache hervor: "Geschichte ist wichtig, und wir müssen das Vergessen - vor allem allzu schnelles und bequemes Vergessen - verhindern."

Der Historiker Prof. Dr. Görtemaker führte aus, dass "Die Akte Rosenburg" die Versäumnisse der Vergangenheit zeige. Jetzt gehe es um die Konsequenzen für die Gegenwart. Heute sollten Juristinnen und Juristen die Werte des Grundgesetzes leben und verteidigen - die Würde des Menschen, die individuelle Freiheit und die gesellschaftliche Vielfalt.

Die "Rosenburg" in Bonn war von der Gründung der Bundesrepublik im Jahre 1949 bis 1973 der Sitz des Bundesministeriums der Justiz. Der demokratische Neubeginn erfolgte allerdings auch mit dem alten Personal der NS-Zeit. Um das Ausmaß dieser personellen Kontinuität und ihre Folgen zu erforschen, setzte das Bundesjustizministerium im Jahre 2012 die Unabhängige Wissenschaftliche Kommission ein, die ihre Ergebnisse 2016 in der "Akte Rosenburg" vorstellte. Das BMJV möchte die Ergebnisse der "Akte Rosenburg" durch die heute im Landgericht Düsseldorf eröffnete Wanderausstellung weiter in die Öffentlichkeit tragen.

Die Ausstellung ist im Landgericht Düsseldorf, Werdener Straße 1, 40227 Düsseldorf, vom 16.03. bis zum 31.05.2018 von Montag bis Freitag in der Zeit von 08:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Zusätzlich ist sie am Samstag, den 21.04.2018, und am Sonntag, den 06.05.2018, von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.

Der Eintritt ist frei.

Dr. Elisabeth Stöve
Vorsitzende Richterin am Landgericht
Pressesprecherin des Landgerichts

Für Fragen, Kommentare und Anregungen steht Ihnen zur Verfügung: pressestelle@lg-duesseldorf.nrw.de