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Quelle: Justiz NRW

Oberlandesgericht Hamm: Wie schwarz muss "India Black" sein?

23.05.2018

Der 17. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm verhandelt am 24.05.2018, 9:00 Uhr, Saal B-105 den Rechtsstreit einer Kundin aus Dortmund gegen einen Stein- und Bildhauer aus Herne (Az. 17 U 6/18 OLG Hamm). Die klagende Kundin verlangt vom Beklagten die Rückabwicklung eines Vertrages über die Erstellung einer Grabanlage.

Die Klägerin hatte beim Beklagten eine auffällig gestaltete Grabanlage für ein Grab auf einem Friedhof in Castrop-Rauxel in Auftrag gegeben. Die Grabanlage sollte aus einem Denkmal bestehen, angefertigt in schwarzem Granit "India Black" und versehen u. a. mit Bronze-Inschrift, mehreren Bronzeengeln, Granit-Säulen und Grablaternen. Für die Grabanlage zahlte die Klägerin ca. 13.500 Euro. Nach Errichtung der Anlage zeigten sich graue Aufhellungen aus dem schwarzen Granit, beruhend - so ein im Rechtsstreit eingeholtes Sachverständigengutachten - auf den natürlichen Eigenschaften des verwandten Materials.

Mit der Begründung, dass sie den Auftrag in Kenntnis der Materialeigenschaften des Granits nicht erteilt hätte und vom Beklagten über diese nicht aufgeklärt worden sei, hat die Klägerin die Rückabwicklung des Werkvertrages, hilfsweise Schadensersatz begehrt.

Die Klage hatte in erster Instanz Erfolg. Mit Urteil vom 16.11.2017 hat das Landgericht Dortmund (Az. 7 O 362/15 LG Dortmund) den Beklagten verurteilt, der Klägerin gegen Rückgabe der Grabanlage ca. 13.500 Euro zurück zu zahlen. Die Grabanlage sei mangelhaft, so das Landgericht. Sie sei zwar im vereinbarten Granit "India Black" ausgeführt worden, dieser sei allerdings kein dauerhaft farbbeständiger schwarzer Stein. Einen solchen habe die Klägerin bei der Bestellung der aufwändigen Grabanlage aber erwartet, ohne vom Beklagten auf sich ändernde Farbeigenschaften hingewiesen worden zu sein. Das gehe zulasten des Beklagten, der als Unternehmer Fehlvorstellungen des Kunden über die Beschaffenheit des bestellten Werkes aufzuklären habe.

Gegen das erstinstanzliche Urteil wendet sich der Beklagte mit seiner Berufung, mit der er die Abweisung der erhobenen Klage erreichen will. Zur anstehenden mündlichen Verhandlung hat der Senat das persönliche Erscheinen der Parteien und den bereits in erster Instanz beauftragten Sachverständigen geladen.

Mündliche Verhandlung des 17. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm am 24.05.2018, 9:00 Uhr, Saal B-105 in dem Rechtsstreit mit dem Az. 17 U 6/18 OLG Hamm

Christian Nubbemeyer, Pressedezernent

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