Oberlandesgericht Düsseldorf
Quelle: Justiz NRW

Oberlandesgericht Düsseldorf: Hustenzeichen bei Bridge-Weltmeisterschaft? – Verhandlungstermin im Berufungsverfahren

27.10.2017

In dem Rechtsstreit um ein vom nationalen und internationalen Bridge-Verband gegen die Kläger ausgesprochenes lebenslanges Teilnahmeverbot hat der 1. Kartellsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf unter der Leitung des Vorsitzenden Richters am Oberlandesgericht Prof. Dr. Kühnen einen Verhandlungstermin bestimmt. Der Termin im Oberlandesgericht Düsseldorf, Cecilienallee 3, 40474 Düsseldorf, findet statt am

Mittwoch, den 15.11.2017, um 10.00 Uhr im Saal A 208 (2. Etage).

Als Teil des deutschen Teams nahmen die Kläger als Paar im September 2013 an der Bridge-Weltmeisterschaft auf Bali teil. Die Kläger waren zunächst erfolgreich und das deutsche Team gewann den Weltmeistertitel. Doch dann wurde den Klägern vorgeworfen, sich mittels Gesten und Hustenzeichen über die von ihnen gehaltenen Karten verständigt zu haben. Dies habe ein Mitspieler des Finalgegners USA bemerkt und darüber die Wettkampfleitung informiert.

Die Disziplinarkommission des internationalen Bridge-Verbandes verhängte gegen die Kläger als Paar ein lebenslanges Teilnahmeverbot an internationalen Turnieren sowie gegen jeden Kläger ein 10-jähriges Einzel-Teilnahmeverbot. Der Weltmeistertitel wurde aberkannt. Das Disziplinargericht des nationalen Verbandes übernahm diese Sanktionen und erklärte sie auch für den nationalen Bereich als verbindlich.

Gegen den Vorwurf, sich mittels eines Husten-Codes verständigt zu haben, und gegen die Sanktionen wehrten sich die Bridge-Spieler vor dem Landgericht Köln mit ihrer Klage gegen den nationalen und internationalen Bridge-Verband. Das Landgericht Köln gab den Klägern teilweise Recht, denn – unabhängig von der Frage, ob die Kläger tatsächlich "falsch" gespielt hatten – bewertete es die verhängten Sperren des nationalen Verbandes als unverhältnismäßig. Es handele sich um einen erstmaligen Verstoß in einer jahrzehntelangen "Bridge-Spieler-Karriere" auf internationalem Niveau. Eine Ahndung mit der höchstmöglichen Sanktion sei vor diesem Hintergrund jedenfalls unangemessen.

Gegen den internationalen Verband wies das Landgericht die Klage hingegen als unzulässig ab. Nach den Statuten des Verbandes hätten die Kläger den Internationalen Sportgerichtshof ("CAS") anrufen müssen.

Gegen die Entscheidung der unter anderem für Kartellsachen zuständigen Zivilkammer des Landgerichts Köln (31 O 448/14, siehe www.nrwe.de) legten die beiden Bridge-Spieler und auch der nationale Bridge-Verband Berufung zu dem für Kartellsachen in Nordrhein-Westfalen zuständigen Kartellsenat des Oberlandesgerichts

Düsseldorf ein.

Aktenzeichen OLG: VI U 8/17 [Kart]

Aktenzeichen Vorinstanz: LG Köln, 31 O 448/14

Düsseldorf, 27. Oktober 2017

Dr. Mihael Pohar

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