Verwaltungsgericht Arnsberg
Quelle: Justiz NRW

Verwaltungsgericht Arnsberg: Wechsel in der Leitung des Verwaltungsgerichts

13.01.2016

In einer Feierstunde im Sauerlandtheater in Arnsberg wird der Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Thomas Kutschaty, den am Jahresende nach Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand getretenen bisherigen Präsidenten des Verwaltungsgerichts Arnsberg, Dr. Ulrich Morgenstern, offiziell verabschieden und seinen Nachfolger Jürgen Jaenecke in sein neues Amt als Gerichtspräsident einführen. An der Veranstaltung nehmen die einladende Präsidentin des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen, Frau Dr. Ricarda Brandts, sowie zahlreiche Gäste aus der Justiz und dem öffentlichen Leben teil.

Dr. Ulrich Morgenstern wurde am 13. August 1950 in Clausnitz/Erzgebirge geboren. Seine Schulzeit verlebte er in Bottrop. Nach dem Studium in Bochum und den beiden juristischen Staatsprüfungen war er von 1977 bis 1981 als wissenschaftlicher Assistent an einem Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht der Ruhr-Universität Bochum tätig. Zum 1. Mai 1981 wechselte er in den Richterdienst, den er zunächst am Verwaltungsgericht Düsseldorf ausübte. Von 1985 bis 1988 war er an das Justizministerium des Landes abgeordnet und leitete dort ein öffentlich-rechtliches Referat. Während dieser Zeit wurde er im September 1987 zum Richter am Oberverwaltungsgericht ernannt. Seit dem 1. Januar 1989 war er am Oberverwaltungsgericht in Münster tätig, an dem er auch Aufgaben in der Gerichtsverwaltung wahrgenommen hat.

Mit Wirkung vom 1. Juni 1993 wurde Dr. Ulrich Morgenstern zum Präsidenten des Verwaltungsgerichts Arnsberg ernannt. Bereits in den ersten Jahren seiner Amtszeit war die Arbeit des Gerichts in besonderem Maße von der hohen Zahl der Asylverfahren geprägt. 1993 und 1994 gingen beim Verwaltungsgericht Arnsberg mehr als 11.000 Rechtsschutzanträge ein, von denen mehr als die Hälfte auf Asylverfahren entfielen, Zahlen, die trotz des Anstiegs in letzter Zeit bis jetzt nicht wieder erreicht worden sind. Unter der Leitung von Herrn Dr. Morgenstern hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gerichts die Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes während der von 1993 bis 1997 durchgeführten grundlegenden Sanierung und Modernisierung des aus dem Jahr 1783 stammenden, spätbarocken Gerichtsgebäudes an der Jägerstraße in Arnsberg zu bewältigen. Maßgeblich mitgestaltet hat Herr Dr. Morgenstern auch die Woche der Arnsberger Justiz im Juni 2004, in deren Rahmen das Verwaltungsgericht einen umfangreichen, viel besuchten Tag der offenen Tür durchgeführt hat. Hervorzuheben ist auch Dr. Morgensterns Mitarbeit in verschiedenen überörtlichen Arbeitsgruppen der Justiz auf Landes- und Bundesebene. Viele Jahre war er Vorsitzender eines Prüfungsausschusses im zweiten Juristischen Staatsexamen. Seine richterliche Erfahrung hat er auch in seine ehrenamtliche, 15 Jahre andauernde Mitwirkung als Mitglied der Verwaltungskammer der Evangelischen Kirche von Westfalen eingebracht. Dieses innerkirchliche Verwaltungsgericht hat er in den letzen 10 Jahren als Vorsitzender geleitet. Herr Dr. Morgenstern ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er wohnt in Witten.

In all seinen beruflichen Tätigkeiten zeichnete Herrn Dr. Morgenstern neben seinem hohen juristischen Sachverstand ein großes Maß an Menschlichkeit aus. Kennzeichnend auch für seine Arbeit als Präsident des Verwaltungsgerichts ist ein Kompliment aus dem Mund eines unterlegenen Klägers, das bei der Verabschiedung aus dem Amt des Vorsitzenden der Verwaltungskammer der Evangelischen Kirche von Westfalen wiedergegeben wurde: Er spricht Recht und nicht nur ein Urteil. Auf seinem neuen Lebensabschnitt begleiten ihn die besten Wünsche.

Sein Nachfolger im Amt des Präsidenten des Verwaltungsgerichts Arnsberg ist Jürgen Jaenecke. Er wurde am 5. April 1959 in Köln geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Bonn legte er 1985 die erste und 1988 die zweite juristische Staatsprüfung ab. Seine richterliche Laufbahn begann er im Januar 1989 beim Verwaltungsgericht Arnsberg, an das er nun zurückgekehrt ist. In den Jahren 1991/92 war er an die Kreisverwaltung des Märkischen Kreises und 1994 an das Oberverwaltungsgericht für das Land Brandenburg in Frankfurt/Oder abgeordnet. Im Januar 1996 wurde Jürgen Jaenecke zum Richter am Oberverwaltungsgericht und im Februar 2005 zum Vorsitzenden Richter am Oberverwaltungsgericht ernannt. Während seiner Tätigkeit am Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster wirkte er seit langem auch in der Gerichtsverwaltung mit, unter anderem seit 2011 als Personaldezernent. Herr Jaenecke ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in der Gemeinde Möhnesee. Für seine Tätigkeit im neuen Amt wünschen ihm die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter alles Gute.

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