Justizministerium NRW
Quelle: Justiz NRW

Grußwort des Ministers der Justiz Peter Biesenbach anlässlich der Amtseinführung der Leitenden Oberstaatsanwältin Claudia Hurek und Verabschiedung ihres Vorgängers, Leitender Oberstaatsanwalt Ralph Dirk Klom in Bielefeld

16.10.2017

Es gilt das gesprochene Wort!

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich freue mich, heute zu Ihnen nach Bielefeld gekommen zu sein, um den Wechsel an der Spitze der Staatsanwaltschaft Bielefeld feierlich mit Ihnen zu begehen.

Sehr geehrter Herr Klom,

über 37 Jahre haben Sie als Staatsanwalt im Dienste der Justiz gestanden. In den letzten sieben Jahren haben Sie mit großem Erfolg die Staatsanwaltschaft Bielefeld geleitet.

Vor zwei Wochen sind Sie in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Mit Stolz können Sie heute auf ein erfülltes Berufsleben zurückblicken.

Gerne möchte ich die wichtigsten Stationen Ihres beruflichen Werdeganges noch einmal in den Blick nehmen:

Geboren wurden Sie 1952 als Sohn eines niederländischen Kaufmanns  und seiner Frau in Wilrijk in der belgischen Provinz Antwerpen.

Bald verzog Ihre Familie nach Kehl am Rhein, wo Sie die Schule besuchten. Ihr Abitur erlangten Sie auf einem Gymnasium in Münster, nachdem Ihre Familie im Münsterland sesshaft geworden war. Münster wurde zu Ihrer zweiten Heimat. Noch heute sind Sie dort fest verwurzelt.

Nach dem Studium in Münster und Freiburg, dem Referendardienst beim Landgericht Bochum und einer kurzen Zeit als Anwaltsassessor traten Sie im Juli 1980 in den staatsanwaltlichen Dienst ein. Erste Berufserfahrungen sammelten Sie bei der Staatsanwaltschaft Münster. Ein Laufbahnwechsel führte Sie an das Landgericht Essen und das Amtsgericht Bottrop.

Ihre erste Planstelle erhielten Sie 1984 bei der Staatsanwaltschaft Münster, wo Sie mit großem Erfolg in Wirtschaftsstrafsachen ermittelten.

Dies empfahl Sie für eine mehrjährige Abordnung an die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Bochum, wo Sie ab Juli 1987 in der Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen tätig waren. Nach Ihrer Erprobung bei der Generalstaatsanwaltschaft Hamm kehrten Sie im April 1991 nach Bochum zurück und waren - nach Ihrer Ernennung zum Oberstaatsanwalt - sieben Jahre als Abteilungsleiter in der Schwerpunktabteilung tätig.

Im Dezember 1998 führte Sie Ihr Weg in das nordrhein-westfälische Justizministerium, wo Sie sich drei Jahre als Referatsleiter unter anderem mit Angelegenheiten der Schwerpunktstaatsanwaltschaften zu Wirtschaftsstrafsachen und Korruptionsdelikten befassten.

Nach einem Einsatz bei der Generalstaatsanwaltschaft wurden Sie im September 2003 mit der Wahrnehmung der Geschäfte des ständigen Vertreters der Leitenden Oberstaatsanwältin in Dortmund betraut.

Im Februar 2005 wurden Sie zum ständigen Vertreter eines Leitenden Oberstaatsanwalts ernannt und zugleich an die Staatsanwaltschaft Arnsberg abgeordnet, wo Sie die Geschäfte des Behördenleiters übernahmen.

Ein gutes Jahr später folgte Ihre Ernennung zum Leitenden Oberstaatsanwalt in Arnsberg. Mehr als fünf Jahre leiteten Sie die dortige Staatsanwaltschaft mit sicherer Hand, bis hohes Ansehen und breite Anerkennung Sie für eine noch herausforderndere Aufgabe empfahlen:

Am 26. November 2010 übernahmen Sie die Leitung der Staatsanwaltschaft Bielefeld, einer Behörde, der als Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen eine große überregionale Bedeutung zukommt.

Sehr geehrter Herr Klom,

der kurze Überblick über Ihre vielseitigen Einsätze belegt die Breite Ihrer Erfahrungen und Ihre flexible Einsatzbereitschaft: Wo Sie gebraucht wurden, waren Sie zur Stelle!

Unter Ihrer Leitung ist es hier in Bielefeld im engagierten Zusammenwirken mit dem Ambulanten Sozialen Dienst und den Von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sehr erfolgreich gelungen, die Abwendung von Ersatzfreiheitsstrafen bei uneinbringlichen Geldstrafen durch freie, gemeinnützige Arbeit nachhaltig zu fördern.

Das unter Ihrer Leitung und unter Beteiligung aller Dienstzweige von der Arbeitsgruppe Reorganisation erarbeitete „Handbuch der Staatsanwaltschaft Bielefeld“ wird die Zusammenarbeit innerhalb der hiesigen Behörde hoffentlich noch viele Jahre erleichtern.

Erwähnung verdient auch Ihr vorbildliches Engagement in der Polizeifortbildung: Seit vielen Jahren sind Sie für das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW als Referent für Wirtschaftskriminalität tätig. Als langjähriges Mitglied des Landesjustizprüfungsamtes haben Sie sich ebenfalls große Verdienste erworben.

Sehr geehrter Herr Klom,

im Namen der Justiz möchte ich Ihnen meinen herzlichen Dank aussprechen für all das, was Sie in Ihrer eindrucksvollen Laufbahn für das Land getan haben. Sie haben hervorragende Arbeit geleistet und hohe Wertschätzung erlangt.

Mit Ihrem Ruhestand beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt: Zeit und Raum für Ihre Familie, Ihre Frau und Ihre beiden Kinder, vor allem aber für Ihre kleine Enkeltochter, mit der Sie so gerne zusammen sind.

Große Freude bereitet es Ihnen auch, auf Studienreisen ferne Länder und Kulturen zu entdecken. Wie mir zugetragen wurde, liegen mit Lothringen, Barcelona und der Costa Brava zunächst allerdings nicht ganz so exotische, dafür aber ausgesprochen schöne Ziele vor Ihnen.

Die regelmäßigen „Reisen“ von Münster nach Bielefeld gehören hingegen nun der Vergangenheit an. Ich will aber nicht ausschließen, dass Sie auf der beim Betriebsausflug kürzlich veranstalteten Stadtrally durch Bielefeld vielleicht noch unbekannte Seiten der Stadt entdeckt haben, die Ihre Neugier geweckt haben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für die vor Ihnen liegende Zeit persönliches Wohlergehen, insbesondere Gesundheit und Zufriedenheit!

Ich darf Sie nun zu mir nach vorne bitten, damit ich Ihnen Ihre Ruhestandsurkunde aushändigen kann.

Sehr geehrte Frau Hurek,

ich freue mich, dass mir die Aufgabe zukommt, Sie heute für die Landesregierung in das Amt der Leitenden Oberstaatsanwältin in Bielefeld einzuführen.

Lassen Sie mich für alle, die Sie noch nicht kennen, Ihren bisherigen beruflichen Werdegang skizzieren.

Geboren wurden Sie 1967 in Hagen, wo Sie aufwuchsen, Ihre Schulzeit verbrachten und auch heute leben. Ihr Studium nahmen Sie 1986 in Bochum auf und entdeckten bald Ihr Interesse am Strafrecht. So wundert es nicht, dass Sie nach Beschäftigungen bei einer Rechtsanwaltskanzlei und der Fernuniversität Hagen im September 1996 in den staatsanwaltlichen Dienst traten. Erste Ermittlungen tätigten Sie bei der Staatsanwaltschaft Bochum. Ein Laufbahnwechsel führte Sie in eine Jugendstrafkammer des Landgerichts Dortmund. Ihre erste Planstelle erhielten Sie im August 1999 bei der Staatsanwaltschaft Hagen. Wenige Monate später wurden Sie an die Staatsanwaltschaft Bochum abgeordnet, wo Sie in den folgenden Jahren in der Schwerpunktabteilung zur Verfolgung von Wirtschaftskriminalität und Korruption eingesetzt waren.

Ab Mai 2003 waren Sie für gut drei Jahre als Referentin in der Strafrechtsabteilung des nordrhein-westfälischen Justizministeriums tätig und widmeten sich mit hoher Fachkompetenz und Ideenreichtum Fragen der Bekämpfung der Datennetzkriminalität.

Rasch galten Sie als ausgewiesene Expertin auf dem rechtspolitisch äußerst sensiblen Gebiet der Telefon- und Wohnraumüberwachung. Bei Angelegenheiten der Organisationsentwicklung verstanden Sie es geschickt, zwischen Vision und Machbarem zu unterscheiden. So wurden Sie bald zur Oberstaatsanwältin bei der Generalstaatsanwaltschaft ernannt, wo Sie ab Oktober 2006 für viele Jahre mit den wichtigen Generalien des Straf- und Strafverfahrensrechts befasst waren und die Aufgaben einer Pressedezernentin übernahmen.

Ab Januar 2013 waren Sie ständige Vertreterin der Behördenleiterin in Hagen. Fortan waren Sie mit Personalsachen befasst und leiteten die Abteilung zum Schutz der sexuellen Selbstbestimmung. Mühelos arbeiteten Sie sich in Ihre neuen Aufgaben ein und nahmen diese mit Geschick und der Fähigkeit, konsensfähige Lösungen zu erarbeiten, wahr. Vorbildlich gelang es Ihnen, das mit erheblichen Veränderungen für alle Dienstzweige verbundene Konzept „Staatsanwalt für den Ort“ in Jugendsachen im Einvernehmen mit allen Beteiligten umzusetzen.

Zwei Jahre später - im Januar 2015 - wurden Sie zur Leitenden Oberstaatsanwältin bei der Generalstaatsanwaltschaft ernannt, wo Sie eine Abteilung für Wirtschafts- und Steuerstrafsachen übernahmen, bis Sie im September 2015 zur ständigen Vertreterin der Generalstaatsanwältin bestellt wurden. Als solche leiteten Sie bis zuletzt die für Personal- und Verwaltungsangelegenheiten zuständige Abteilung I der Generalstaatsanwaltschaft. Sie haben diese Aufgabe souverän, absolut verlässlich und mit einem klaren Blick für praxisnahe Lösungen wahrgenommen.

Bei Kollegen, Vorgesetzten und den Staatsanwaltschaften des Hammer Bezirks haben Sie hohe Achtung und Wertschätzung erlangt. Besondere Beachtung verdient Ihr herausragendes Engagement bei der Gewinnung von Nachwuchskräften für den staatsanwaltlichen Dienst, insbesondere im vergangenen Jahr.

Sehr geehrte Frau Hurek,

ich bin mir sicher, dass die Verantwortung für die Staatsanwaltschaft Bielefeld und die hiesigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Ihnen in den besten Händen liegt. Gemeinsam werden Sie die anstehenden Aufgaben zu meistern verstehen.

Bei aller Einsatzbereitschaft wird hoffentlich genug Raum bleiben, Ihrem Hobby, der Literatur, zu frönen.

Möglicherweise wird Ihnen bei Ihrer täglichen Anreise mit dem Zug aus dem heimischen Hagen hierfür mehr Zeit bleiben, als Ihnen lieb ist. Sicher bin ich mir jedenfalls, dass Sie auch in Ihrem neuen Amt Zeit für herrliche Kreuzfahrten finden werden. Ihre Leidenschaft für das Reisen in ferne Länder verbindet Sie mit Ihrem Amtsvorgänger.

Für Ihr neues Amt und die kommenden Aufgaben wünsche ich Ihnen viel Glück, Freude und Erfolg!

Ich darf Sie nun zu mir nach vorne bitten, damit ich Ihnen die Ernennungsurkunde aushändigen kann.

Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren, danke ich für Ihre Aufmerksamkeit.



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