NRW-Justiz:  BASIS-Web

Kopfbild Justizministerium

BASIS-Web

BASIS IT-Verfahren im Justizvollzug

Allgemeines
Technik
Aktuelles
Projektstruktur
Verfahrensstand
Ausblick
Ansprechpartner

 

Allgemeines:

Das Buchhaltungs- und Abrechnungssystem im Strafvollzug (kurz BASIS) unterstützte in seinen Ursprüngen ausschließlich die Geschäfte der Zahlstelle und der Lohnbuchhaltung einer Justizvollzugsanstalt.

Durch stetige an den Bedürfnissen der Praxis orientierte Pflege und Weiterentwicklung stellt BASIS nunmehr eine integrative EDV-Organisationslösung zur Unterstützung von Verwaltungs- und Vollzugsaufgaben dar. Damit einhergehend wurde aus BASIS BASIS-Web (für web-basierend).

BASIS-Web ist ein länderübergreifendes Projekt, dem gegenwärtig die Bundesländer

Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen (federführend), Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein

sowie das

Großherzogtum Luxemburg 

angehören.

Der Verfahrenseinsatz wird aufgrund der vielfältigen Skalierbarkeit des Verfahrens - von der einfachen "Geschäftsstellenlösung" bis zum "integrativen Einsatz" einschließlich technischer Highlights wie "Digitale Bildverarbeitung", "Schnittstellen-Modul zu Haftraumgegensprechanlagen" oder "Automatisierter Datenaustausch bei Verlegung" - in den jeweiligen Ländern unterschiedlich gehandhabt. Besonderheiten werden durch länder- und behördenspezifische Einstellmöglichkeiten berücksichtigt.

Die Zahl der Nutzer beläuft sich in Nordrhein-Westfalen auf 8.000, länderübergreifend arbeiten etwa 18.000 Bedienstete mit BASIS-Web.



Technik:

Server
Betriebssystem: Suse Linux Enterprise
Datenbank Oracle 10g
Applikationsserver JBOSS

Benutzer-Frontend:
PC Betriebssystem: Windows 2000, XP, Vista, W7, Linux
JAVA-Runtime, JAVA-Web-Start



Aktuelles:

Das im Jahre 2001 in Auftrag gegebene Redesign des Vorverfahrens BASIS ist mittlerweile abgeschlossen. Damit einhergehend ist eine zentrale Komponente geschaffen worden, die einerseits eine Grundlage für Datensicherungen und andererseits eine umfangreiche Datenbasis für Auswertungen und zentrale Datenpflege bietet. Unter Nutzung dieser Daten ist ein Datawarehouse (DWH) bei IT.NRW, Niederlassung Hagen, eingerichtet worden. Aus dem Verfahren BASIS-Web werden gezielt Rohdaten zu verschiedenen Fragestellungen zum DWH übermittelt und dort für weitere Auswertungen bereitgestellt. Erste Auswertungen sind in Zusammenarbeit mit dem Datenauswertungszentrum der Justiz (DAZ) bereits vorgenommen worden und stehen über das Management-Informationssystem (MIS) einem berechtigten Personenkreis zur Verfügung. Auch für Haushalts-Controlling-Zwecke stellt BASIS-Web Kennzahlen bereit, die u.a. für das Verfahren EPOS von großer Bedeutung sind.

Der Verfahrensbereich für den ärztlichen Dienst ist über diverse Schnittstellen, z.B. zur Datenübernahme von Laborergebnissen, erweitert worden, im Bereich der Arbeitsverwaltung wird aktuell die Automation der Berechnung der Lohnersatzleistungen ausgeweitet.

Der folgende Screenshot veranschaulicht das "look-and-feel" von BASIS-Web.

Screenshot Basis-Web

Das Verfahren BASIS-Web umfasst alle wichtigen Verwaltungsbereiche und die dort anfallenden Arbeitsvorgänge. Gegenüber dem Vorverfahren neu hinzugekommen sind folgende Bereiche:
Ärztlicher Dienst, Besuch, Bezug von Leistungen (z.B. Taschengeld für Untersuchungsgefangene durch Sozialämter, Bezug von Arbeitsförderungsmitteln, Disziplinarstrafen, Einkauf, Freistellung nach § 43 StVollzG, Freizeitgestaltung der Gefangenen, Gefangenenausweise, Kammer, Habe, Paketmarken, Schnittstellen, Strafzeitberechnungen und zentrale Auswertungen, Statistiken. Seit dem 4. Quartal 2011 befindet sich außerdem der Verfahrensbereich VL (Versorgung und Logistik) in der Echtverarbeitung.



Projektstruktur

Einen Überblick über den organisatorischen Aufbau vermittelt die Aufbauorganisation PDF-Dokument, öffnet neues Browserfenster / neuen Browser-Tab (84,4 KB.)

Verfahrensstand

Mit der ersten Echtverarbeitung im September 2005 ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum flächendeckenden Roll-Out erreicht worden. Beginnend im Jahre 2006 ist der flächendeckende Roll-Out im 1. Quartal 2010 abgeschlossen worden. Auch der Verfahrensbereich des ärztlichen Dienstes ist mittlerweile in zahlreichen Anstalten im Echteinsatz und soll bis 2012 flächendeckend eingesetzt sein. Der Verfahrensteil BASIS-VL befindet sich seit der Überführung in die Echtverarbeitung im Roll-Out. Einzelne Anstalten wurden bereits ausgestattet. Der flächendeckende Einsatz ist bis Ende 2013 vorgesehen.

Dieser Programmteil dient insbesondere der Arbeitsunterstützung in den JVA-Küchen und beinhaltet folgende Highlights:

  • Erstellung von Speiseplänen und Speisezetteln
  • Nährwertberechnungen
  • Bestell- und Lagerverwaltung
  • Integration zentraler Ausschreibungen
  • Ermittlung der Verpflegungsstärke unter Berücksichtigung von Sonderkostformen
  • Fremdverpflegung

Ausblick

Das Interesse an den Daten aus dem Verfahren BASIS-Web steigt. Insoweit werden weitere Schnittstellen zum automatisierten Datenaustausch bereitgestellt werden. Aktuell ist eine Schnittstelle zum Verfahren SoPart für die sozialen Dienste in die Echtverarbeitung gegangen. Eine Schnittstelle zur Anbindung an das polizeiliche Polas-Verfahren befindet sich in der Entwicklung und soll zu einer deutlichen Vereinfachung und Beschleunigung des Datenaustausches zwischen Justizvollzug und Polizei führen.

Für den Bereich der Anstaltszahlstellen ist in 2011 im Zuge der Umstellung auf internationale Vorgaben zum Zahlungsverkehr (SEPA/IBAN) eine Möglichkeit zum beleglosen Zahlungsverkehr implementiert worden und als besondere Herausforderung werden auch die Länderanforderungen nach der durch die Föderalismusreform initiierten Verselbstständigung der Gesetzgebungen zum Justizvollzug umzusetzen sein.



Ansprechpartner

Jochen Schmidt (Leiter der Verfahrenspflegestelle BASIS)
IT- Leitstelle bei der  Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne,
Tel. 0521/4041 -331, E-Mail: Jochen.Schmidt@it-justizvollzug.nrw.de


 
 

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