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Verfahrensbeschreibung
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Das Justizministerium sieht in der Entwicklung einer ergonomischen elektronischen Akte eine wesentliche Voraussetzung für eine Ausweitung des elektronischen Rechtsverkehrs in der Justiz, da nur sie eine medienbruchfreie und effiziente elektronische Fallbearbeitung ermöglicht. Das Justizministerium hat daher eine Projektgruppe "Ergonomie der elektronischen Akte" initiiert. Die papiergebundene Verfahrensbearbeitung in der Justiz soll durch eine elektronische Bearbeitung ersetzt werden, die so anwenderfreundlich gestaltet werden soll, dass sie von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Justiz als das bessere Werkzeug angesehen wird. Wesentliche Themenfelder sind die Ausweitung der Bildschirmarbeit, die Veränderung der Werkzeuge für die Fallbearbeitung und die organisatorischen Auswirkungen elektronischer Aktenbearbeitung. Das Ziel der Projektarbeit ist die Erstellung eines ergonomischen Anforderungskataloges für elektronische Akten im e-justice.
Im Laufe des Jahres 2009 haben elf IT-Unternehmen in vier Workshops ihre Ideen und Lösungsansätze auf der Grundlage eines Musterfalles aus dem Nachlassbereich präsentiert. Mit fünf dieser Unternehmen wurden Verträge über eine Zusammenarbeit geschlossen. In einer für das Projekt in der Nachlassabteilung des Amtsgerichts Münster eingerichteten Laborumgebung werden diese Ideen und Lösungsansätze realisiert. Vertreter sämtlicher Dienstzweige untersuchen diese im Hinblick auf ihre Tauglichkeit für eine ergonomische elektronische Akte.
Aus den bisher gewonnenen Erkenntnissen werden für die vier wesentlichen ergonomischen Anforderungsbereiche Lesbarkeit, Bearbeitbarkeit, Handhabbarkeit und Verträglichkeit vielversprechende Ansätze erkennbar. Zur Vorbereitung weiterer Schritte soll in absehbarer Zeit der erste Entwurf eines ergonomischen Anforderungskatalogs erstellt werden. Gleichzeitig empfiehlt die Projektgruppe die Fortsetzung praktischer Untersuchungen durch die Entwicklung von Prototypen.
Die erfolgreiche Ersetzung der papiergebundenen Arbeitsweise in der Justiz durch elektronische Ver-fahrensbearbeitung wird allerdings nicht allein mit der Bereitstellung der erforderlichen Informationstechnik gelingen. Zusätzlich müssen die notwendigen Anpassungen kommunikativ begleitet werden. Daher wird die Projektgruppe Gelegenheiten suchen, um mit betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Vor- und Nachteile der Lösungsansätze herauszuarbeiten.
Schürger, Carsten,
02161-276-453,
Direktor des Amtsgerichts,
AG Grevenbroich
carsten.schuerger@ag-grevenbroich.nrw.de
Kersting, Michael,
0251-494-2692,
RiAG,
AG Münster,
michael.kersting@ag-muenster.nrw.de