Teilnehmer der Studienreise
Quelle: Justiz NRW

Rückkehr von einer beeindruckenden Studienreise nach Yad Vashem

24 Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte aus Nordrhein-Westfalen nahmen an der diesjährigen Studienreise teil.

An keinem anderen Ort wird an die Opfer der Shoa auf so eindrucksvolle Weise erinnert wie in YadVashem, der nationalen Gedenkstätte des Staates Israel in Jerusalem. Und nirgendwo sonst wird der Zusammenhang zwischen der Kultur des Erinnerns und der Geschichte des Staates Israel so begreifbar.

Diese Erfahrung machten 24 Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte aus Nordrhein-Westfalen, die an der diesjährigen Studienreise des Justizministeriums vom 19. bis 28. November nach Israel teilnahmen.

In der International School for Holocaust Studies besuchten sie ein von YadVashem veranstaltetes einwöchiges Seminar, in dem nicht nur die Geschichte des Holocaust und die Entwicklung der „Endlösung“ vermittelt wurde, sondern vor allem den Verlust des jüdischen Lebens in Mittel- und Osteuropa durch die Shoa anschaulich gemacht wurde. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich begeistert von dem didaktischen Konzept des Programms und der Gedenkstätte.

Die Vorträge international renommierter Wissenschaftler, u.a. Yehuda Bauer, wechselten sich ab mit Besuchen im beeindruckenden Holocaust Museum von YadVashem, den zahlreichen Mahn- und Gedenkstätten auf dem Campus und dem nahegelegenen Ehrenfriedhof Mt. Herzl. Daneben blieb noch Zeit für einen Besuch des Supreme Court of Israel. Ein Höhepunkt des Programms neben vielen anderen war der Vortrag des ehemaligen Staatsanwalts im Eichmann-Prozess, Dr. Gabriel Bach, der trotz seines hohen Alters noch immer sehr lebendig von seinen Erfahrungen während des im Jahr 1961 durchgeführten Gerichtsverfahrens gegen den Organisator des Völkermodes an den europäischen Juden berichtete.

Schließlich hatten die Teilnehmer auch noch Gelegenheit, Tel Aviv, Jerusalem und die am Toten Meer gelegene historische Festung Masada zu besichtigen. Vorträge und Diskussionen über die aktuelle politische und gesellschaftliche Lage in Israel rundeten das intensive und anspruchsvolle Programm ab, das wieder in bewährter Weise von YadVashem in enger Abstimmung mit der Dokumentations- und Forschungsstelle „Justiz und Nationalsozialismus“ in Recklinghausen gestaltet worden war.

Nordrhein-Westfalen pflegt seit vielen Jahren enge Kontakte zu Israel und speziell zur Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Die diesjährige Reise fiel mit dem 50-jährigen Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland zusammen und trug erneut zur Vertiefung der wechselseitigen Beziehungen bei.