Pressekonferenz Opferschutz
Quelle: Justiz NRW

Die Beauftragte für den Opferschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Mit der Wahrnehmung des neu geschaffenen Amtes hat die Landesregierung Frau Generalstaatsanwältin a. D. Elisabeth Auchter-Mainz betraut. Sie wird - bundesweit einzigartig - von einem erfahrenen dreiköpfigen Opferschutzteam unterstützt.

Frau Generalstaatsanwältin a. D. Elisabeth Auchter-Mainz und ihr erfahrenes dreiköpfiges Opferschutzteam sind seit Dezember 2017 im Auftrag der Landesregierung als zentrale Anlaufstelle für alle Opfer von Straftaten und ihre Angehörigen tätig. Mit ihrer Arbeit stehen sie seitdem jeden Tag Kriminalitätsopfern in Nordrhein-Westfalen zur Seite.

Opfer einer Straftat zu werden, gehört zu den schlimmsten Erfahrungen eines Menschen. Dies gilt in besonderem Maße für Opfer von Gewalt- und Sexualdelikten. Niemand ist darauf vorbereitet, die wenigsten wissen, was auf sie zukommt, welche Rechte sie im Ermittlungs- und Strafverfahren haben, wo sie schnell und unkompliziert Hilfe und Unterstützung bekommen können. Neben Trauer und Wut bestimmen Angst und Hilfslosigkeit ihren Alltag.

Neben der Aufklärung der Straftat ist es die vordringliche Pflicht des Rechtsstaats, den Opfern von Straftaten bestmögliche Hilfestellung zu geben und sie auf ihrem Weg aus der Opferrolle hinaus zu begleiten. Als zentrale Anlaufstelle steht ihnen seit dem 1. Dezember 2017 in Nordrhein-Westfalen die Beauftragte für den Opferschutz zur Seite. Sie unterstützt die Opfer und ihre Angehörigen bei all ihren Anliegen.

Mit der Wahrnehmung des neu geschaffenen Amtes hat die Landesregierung Generalstaatsanwältin a. D. Elisabeth Auchter-Mainz betraut. Sie wird von einem erfahrenen dreiköpfigen Opferschutzteam unterstützt. Opfer von Straftaten und ihnen nahestehende Personen können sich jederzeit unmittelbar an die Beauftragte und ihr Team wenden. Sie und ihre Mitarbeiterinnen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Eine der Kernaufgaben der Opferschutzbeauftragten ist es, Kriminalitätsopfern den ersten Zugang zu den unterschiedlichen bestehenden Hilfeangeboten zu erleichtern. Sie informiert Opfer und nimmt eine Lotsenfunktion hin zu den verschiedenen Angeboten der Opferhilfe wahr. Damit ermöglicht sie einen niedrigschwelligen und unbürokratischen Zugang zu Unterstützungsleistungen. Da sie überregional agiert, kann sie im Bedarfsfall für eine Kooperation der verschiedenen Opferhilfeeinrichtungen untereinander und die Bündelung der Hilfsangebote sorgen.

Schon im ersten Jahr ihrer Tätigkeit haben sich über 500 Menschen an die Beauftragte für den Opferschutz gewandt und mit ihren ganz unterschiedlichen Anliegen Gehör gefunden. In einer Vielzahl von Fällen konnten die Beauftragte und ihr Team den Opfern und / oder Angehörigen dabei konkrete Hilfen zukommen lassen oder vermitteln. Auch bei verschiedenen außergewöhnlichen Lagen - wie den Amokfahrten in Münster und Bottrop und der Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof - haben sie sich sofort um die Belange der Opfer gekümmert und damit nicht zuletzt auch ein deutliches Zeichen unseres Landes und seiner Gesellschaft gesendet: Hier werden Opfer nicht allein gelassen!
Die Beauftragte für den Opferschutz und ihr Team tragen zudem dazu bei, dass die zahlreichen wertvollen Angebote der Opferhilfe und Opferunterstützung, die es in Nordrhein-Westfalen seit jeher gibt, weiter zusammenwachsen und im Sinne der Opfer kooperieren. Hierzu hat sie bereits im ersten Jahr ihrer Tätigkeit drei große regionale Netzwerktreffen - in Köln, Düsseldorf und Essen - mit jeweils circa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus verschiedenen Fachgebieten durchgeführt, in deren Rahmen ein intensiver Austausch zu aktuellen Fragen des Opferschutzes erfolgte. Weitere solche Netzwerktreffen werden - zunächst in Ostwestfalen und im Münsterland - folgen. Zusätzlich zu den vorgenannten größeren Treffen haben die Beauftragte und ihr Team im Jahre 2018 bei zahlreichen Veranstaltungen, Fachtagen, Symposien und Besprechungen landesweit weitere Netzwerkkontakte in die bestehende Opferschutzlandschaft geknüpft.

Schließlich nimmt die Beauftragte auch eine grundsätzliche  Rolle als kritische Wächterin der Opferrechte wahr. Als unabhängige Stimme kann sie den Anliegen von Kriminalitätsopfern in der nordrhein-westfälischen Gesellschaft großes Gewicht verleihen und auch der Politik kluge Impulse geben. In diesem Sinne berät sie das Ministerium der Justiz in grundsätzlichen Angelegenheiten des Opferschutzes und der Opferhilfe und arbeitet an der Weiterentwicklung des justiziellen Opferschutzes mit. In Ausübung ihres Amtes ist sie unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen.

Ihren Dienstsitz hat die Beauftragte in Köln.

Verantwortlich: Ministerium der Justiz NRW, Abteilung III, Stand: 2019