Ausbildung zur/zum Diplom-Rechtspfleger(in)
Quelle: Justiz NRW

Ausbildungsinhalte

Erwerb fachwissenschaftlicher und fachpraktischer Kenntnisse.
Themengebiete der fachwissenschaftlichen und des fachpraktischen Studienabschnitte.

Die Ausbildungsinhalte richten sich nach §§9, 10 der Verordnung über die Ausbildung und Prüfung der Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger des Landes Nordrhein-Westfalen (RpflAO).


Fachwissenschaftliche Studienabschnitte

Während der drei fachwissenschaftlichen Studienabschnitte werden in insgesamt etwa 1.700 Vorlesungsstunden theoretische Kenntnisse in folgenden Bereichen vermittelt:

  1. gründliche Kenntnisse
    • im bürgerlichen Recht;
    • auf dem Gebiet der freiwilligen Gerichtsbarkeit, insbesondere im Grundbuch-, Familien-, Nachlass- und Registerrecht;
    • im Zivilprozessrecht und im Recht der Zwangsvollstreckung in das bewegliche und unbewegliche Vermögen sowie im Insolvenzrecht;
    • im Strafprozessrecht und im Strafvollstreckungsrecht;
    • im Kostenrecht, insbesondere in den Verfahren der Kostenfestsetzung.
  2. Kenntnisse der Grundzüge
    • des Staats-, Verfassungs- und Europarechts;
    • des Gerichtsverfassungsrechts;
    • des Handels- und Gesellschaftsrechts sowie des Rechts der Wertpapiere;
    • des allgemeinen Verwaltungsrechts einschließlich des öffentlichen Dienstrechts;
    • des Strafrechts;
    • des Arbeitsrechts;
    • des internationalen Privatrechts;
    • der Wirtschafts- und Bilanzkunde.

Während der gesamten Dauer der Ausbildung sind die Rechtspflegeranwärterinnen und Rechtspflegeranwärter zugleich Studentinnen und Studenten der Fachhochschule für Rechtspflege Externer Link, öffnet neues Browserfenster.

Neben der Absolvierung der fachwissenschaftlichen Studienabschnitte findet dort zum Abschluss der Ausbildung auch das schriftliche Rechtspflegerexamen statt.

Für die Zeiten des Studiums in Bad Münstereifel bietet das Land Nordrhein-Westfalen den Studentinnen und Studenten gegen ein geringes Entgelt (derzeit 125,00 Euro für Ledige und 76,00 Euro für Verheiratete) die Unterbringung und Verpflegung in der Fachhochschule an.


Fachpraktische Studienabschnitte

In diesen Studienabschnitten sollen die Studierenden lernen, die im fachwissenschaftlichen Studium erworbenen Kenntnisse in der Praxis anzuwenden. Sie sollen so gefördert werden, dass sie am Schluss der Ausbildung imstande sind, die Rechtspflegeraufgaben mit ihren Bezügen zu den Aufgaben der übrigen Justizberufe selbstständig zu erledigen.

Um das sicherzustellen, nehmen sie so häufig wie möglich am Tagesablauf der ausbildenden Beamtinnen und Beamten teil. Daneben werden ihnen so frühzeitig und so weitgehend wie möglich Aufgaben auch zur selbstständigen Bearbeitung übertragen. Dazu gehört in ganz besonderem Maße auch der Umgang mit dem rechtsuchenden Publikum.

Während der praktischen Ausbildung finden begleitende Lehrveranstaltungen statt, die neben der Wiederholung und Vertiefung der theoretischen Kenntnisse auch dazu dienen, die in der praktischen Ausbildung gewonnenen Erfahrungen kritisch zu verarbeiten.

Die praktische Ausbildung gliedert sich wie folgt:

(vgl. § 10 RpflAO Externer Link, öffnet neues Browserfenster- Verordnung über die Ausbildung und Prüfung der Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger des Landes Nordrhein-Westfalen)

1. Fachpraktische Ausbildung I

1. a) 10 Monate bei einem Amtsgericht in

  • Zivilsachen (einschließlich der Familiensachen, Rechtsantragstelle und Beratungshilfe)und Zwangsvollstreckungssachen - (3 Monate)
  • Familiensachen der freiwilligen Gerichtsbarkeit, Vormundschafts- und Betreuungssachen - (2 Monate)
  • Nachlasssachen - (1 Monat)
  • Registersachen und sonstige Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit - (2 Monate)
  • Grundbuchsachen - (2 Monate)

1. b) 1 Monat bei einem Landgericht oder einem Präsidialamtsgericht inJustizverwaltungssachen und Aufgabe der Bezirksrevisoren

2. Fachpraktische Ausbildung II

2. a) 3 Monate bei einem Amtsgericht in

  • Zwangsversteigerungs- und Zwangsverwaltungssachen - (2 Monate)
  • Insolvenzsachen - (1 Monat)

2. b) 1 Monat bei einer Staatsanwaltschaft

insgesamt 15 Monate