Rechtspflegerin
Quelle: Justiz NRW

Portrait

Der Beruf der Rechtspflegerin/des Rechtspflegers bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften
Rechtpflegerin/Rechtspfleger in der Justizverwaltung des Landes NRW.

Der Beruf der Rechtspflegerin/des Rechtspflegers eignet sich für an einer Erhaltung des Rechtsfriedens interessierte Persönlichkeiten, die Verantwortung und Entscheidungsfreiheit lieben, ein anspruchsvolles Studium mit einem zügigen Berufseinstieg verbinden möchten und als Beamte des gehobenen Justizdienstes in vielfältigen Aufgabenbereichen bei Gerichten und Staatsanwaltschaften selbstständig tätig sein wollen.

Rechtspfleger nehmen die nach dem Rechtspflegergesetz Externer Link, öffnet neues Browserfenster zugewiesenen Aufgaben wahr, die früher ausschließlich den Richterinnen und Richtern oblagen und sind nur dem Gesetz unterworfen. Entscheidungen werden also eigenverantwortlich in sachlicher Weisungsfreiheit getroffen. Neben einer ausgeprägten Entscheidungsfreude und einer hohen Auffassungsgabe erfordert der Beruf somit Persönlichkeiten, die ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein besitzen.

Das ebenso notwendige, besondere Verständnis für soziale, wirtschaftliche und rechtspolitische Zusammenhänge wird während der Ausbildung neben den fachlichen Inhalten besonders gefördert.

Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung bereits während der theoretischen aber auch im Verlauf der praktischen Abschnitte ist der Umgang mit unterschiedlichen informationstechnischen Programmen auf den entsprechend modern eingerichteten Rechtspfleger-Arbeitsplätzen.

Ein Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in der freiwilligen Gerichtsbarkeit, der streitverhütenden Rechtspflege. Hierzu gehört bei Amtsgerichten die Bearbeitung von Grundbuch-, Nachlass- und Registersachen sowie Vormundschafts-, Familien- und Betreuungssachen.

In der streitigen Gerichtsbarkeit gehören auch die Tätigkeiten auf der Rechtsantragstelle (z. B. nach dem Gesetz über Rechtsberatung und Vertretung für Bürger mit geringem Einkommen sowie die Aufnahme und Formulierung von Klagen und Anträgen) zum Arbeitsgebiet. Von großer Bedeutung ist ferner die Tätigkeit in der Zwangsvollstreckung; hier sind selbstständig unter anderem die schwierigen Geschäfte der Pfändung von Forderungen, der Grundstücksversteigerung sowie der Verfahren nach der Insolvenzordnung zu bearbeiten.

Bei den Staatsanwaltschaften obliegen den Rechtspflegerinnen und Rechtspflegern in großem Umfang die Aufgaben der Strafvollstreckung.

Neben der Tätigkeit in der Rechtspflege bietet auch die Justizverwaltung ein breites Spektrum an Aufgaben :
So ist z. B. als Geschäftsleiterin oder Geschäftsleiter im Auftrag der Behördenleitung der gesamte Dienstbetrieb der jeweiligen Behörde zu regeln.

Auch nach beendetem Studium wird den Rechtspflegerinnen und Rechtspflegern Gelegenheit gegeben, ihr Wissen zu vervollkommnen. Das  Ministerium der Justiz, die Justizakademie des Landes Nordrhein-Westfalen in Recklinghausen - Gustav-Heinemann-Haus - sowie die Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen in Bad Münstereifel veranstalten regelmäßig fachwissenschaftliche Seminare und Arbeitstagungen, an denen Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger aus allen Teilen des Landes teilnehmen können.

 

Weitere Informationen

  • Ordner Beispiele aus der Praxis
    Zur näheren Erläuterung der vielseitigen Tätigkeitsfelder von Rechtspflegerinnen und Rechtspflegern.
  • Ordner Aufstiegsmöglichkeit zur Amtsanwältin/zum Amtsanwalt
    Nach bestandener Rechtspflegerprüfung ist ein Aufstieg in den Amtsanwaltsdienst möglich. Amtsanwältinnen und Amtsanwälte sind bei den Staatsanwaltschaften des Landes tätig.
  • Ordner Aufbaustudiengang Betriebswirtschaftslehre
    Beamtinnen und Beamte des gehobenen Justizdienstes des Ministerium der Justiz, aller Gerichtsbarkeiten und bei den Staatsanwaltschaften können an dem Aufbaustudiengang Verwaltungsbetriebswirtschaftslehre (AVB) teilnehmen.