Der Werksdienst in den Justizvollzugsanstalten
Quelle: Justiz NRW

Portrait

Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Einsatzbereitschaft
Die Laufbahn des Werkdienstes in den Justizvollzugsanstalten gehört der Laufbahngruppe des mittleren Dienstes an.

Die Laufbahn des Werkdienstes in den Justizvollzugsanstalten gehört der Laufbahngruppe des mittleren Dienstes an.

In den Justizvollzugsanstalten sind Menschen inhaftiert, bei denen durch richterliche Entscheidung der Entzug der Freiheit angeordnet ist (hauptsächlich Untersuchungshaft, Freiheitsstrafe, Jugendstrafe). Durch die Untersuchungshaft soll bei dringend einer Tat verdächtigten Beschuldigten verhindert werden, dass sie sich dem Strafverfahren entziehen (Fluchtgefahr) oder die Aufklärung der Straftat behindern (Verdunklungsgefahr).  Im Vollzug der Freiheitsstrafe (sie ist die auf Freiheitsentziehung lautende Strafe bei Erwachsenen) sollen die Inhaftierten befähigt werden, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen. Neben diesem zentralen Vollzugsziel dient der Vollzug der Freiheitsstrafe allerdings auch dazu, die Allgemeinheit vor weiteren Straftaten der Inhaftierten zu schützen. Dem Vollzug der Jugendstrafe als freiheitsentziehende Strafe bei Jugendlichen liegt der Erziehungsgedanke zugrunde. Er soll durch behandlerische Maßnahmen den in der Straftat deutlich gewordenen schädlichen Neigungen der Jugendlichen entgegenwirken. Die vielfältigen Aufgaben der Betreuung, Behandlung, Versorgung und Beaufsichtigung der Gefangenen erfordern in den Justizvollzugsanstalten neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des allgemeinen Vollzugsdienstes und des Werkdienstes auch solche aus verschiedenen anderen Berufen, wie Juristen, Verwaltungsfachleute, Ärzte, Pädagogen, Psychologen, Seelsorger, Sozialarbeiter. Der Werkdienst ist die Berufsgruppe mit sehr häufigen Kontakten zu den Gefangenen. Dies ergibt sich aus der Vielfalt seines umfangreichen Aufgabengebiets.


Das handwerkliche Aufgabengebiet im Überblick

Die Beamtinnen und Beamten des Werkdienstes sind in den Justizvollzugsanstalten zuständig für die Organisation und Ausgestaltung der Betriebe, leiten diese nach betriebswirtschaftlichen und fachlichen Grundsätzen.

Den Angehörigen dieser Laufbahn obliegen demnach im Wesentlichen folgende Aufgaben:

  • Durchführung hoheitsrechtlicher Aufgaben gemäß §§ 2, 3 StVollzG
  • Behandlung der Gefangenen im Rahmen ihrer Arbeitstätigkeit durch Förderung bzw. Erhaltung ihrer Arbeitsfähigkeit.
  • Leitung von arbeitstherapeutischen Betrieben, in denen eine besondere Klientel an regelmäßige Arbeit herangeführt wird.
  • Leitung der Betriebe nach betriebswirtschaftlichen und fachlichen Grundsätzen.
  • Mitarbeit in allen Arbeitsbereichen nach kundenorientierten Vorgaben in Bezug auf Qualität, Leistung und Produkt.
  • Durchführung einer arbeitsmarktorientierten Aus- und Weiterbildung.
  • Stellung der Fachkraft für Arbeitssicherheit und der Sicherheitsbeauftragten.
  • Stellung der erforderlichen Konzessionsträger.

Diese Aufgaben erfordern Zuverlässigkeit, Einsatzbereitschaft und insbesondere Verständnis für die Situation inhaftierter Personen.