Richterin und Richter
Quelle: Justiz NRW

Portrait

Umfassende Informationen zu den rechtlichen Grundlagen des Richterberufs
Richter entscheiden in gerichtlichen Verfahren und sind nur dem Gesetz unterworfen.

Eine Richterin oder ein Richter entscheidet unparteiisch und unabhängig in gerichtlichen Verfahren und nimmt so die Aufgaben der Rechtsprechung wahr. Die Unabhängigkeit der Richterinnen und Richter ist ein fundamentales Prinzip der Gewaltenteilung und daher im Grundgesetz verankert (Artikel 97 Absatz 1 Grundgesetz). Richterinnen und Richter üben die rechtsprechende Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland aus (Judikative).

Richterinnen und Richter prüfen im konkreten Fall den vorgelegten Sachverhalt und entscheiden aufgrund der Rechtslage. Zunehmend ist ihre Arbeit darauf ausgerichtet, nicht nur die vorgelegte Sach- oder Rechtsfrage zu entscheiden, sondern auch zwischen den Beteiligten eine einvernehmliche Lösung zu finden, etwa durch einen Vergleich oder die Mitwirkung in einem Mediationsverfahren.

In der Bundesrepublik sind die unterschiedlichen Aufgaben der Rechtsprechung in fünf Gerichtsbarkeiten unterteilt:

  • die ordentlichen Gerichtsbarkeit mit Amtsgerichten, Landgerichten, Oberlandesgerichten und dem Bundesgerichtshof

  • die Arbeitsgerichtsbarkeit mit Arbeitsgerichten, Landesarbeitsgerichten und dem Bundesarbeitsgericht

  • die Verwaltungsgerichtsbarkeit mit Verwaltungsgerichten, Oberverwaltungsgerichten/Verwaltungsgerichtshöfen und dem  Bundesverwaltungsgericht

  • die Finanzgerichtsbarkeit mit Finanzgerichten und dem Bundesfinanzhof

  • die Sozialgerichtsbarkeit mit Sozialgerichten, Landessozialgerichten und dem Bundessozialgericht.

Um die richterliche Unabhängigkeit sicher zu stellen, entscheiden Richterinnen und Richter bei der Rechtsfindung unabhängig und sind keinen Weisungen unterworfen. Ihre persönliche Unabhängigkeit wird dadurch gewährleistet, dass sie auf Lebenszeit ernannt werden und grundsätzlich nicht versetzbar sind.