Gerichtsvollzieher bei der Pfändung
Quelle: Justiz NRW

Ausbildung

Informationen über die EInführungszeit und den Eignungslehrgang für die Laufbahn des Gerichtsvollzieherdienstes
Lesen Sie mehr über Inhalt und Gliederung der Ausbildung für die Laufbahn des Gerichtsvollzieherdienstes.

Die Einführungszeit für die Gerichtsvollzieherin/den Gerichtsvollzieherdienst dauert 20 Monate und besteht aus einer praktischen Ausbildung (11 Monate) und drei theoretischen Lehrgängen von zwei, vier und drei Monaten.

Die Lehrgänge finden im Ausbildungszentrum der Justiz Nordrhein-Westfalen, Nebenstelle Monschau, statt. Dort werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenlos untergebracht und verpflegt. Der Ausbildungsumfang in den fachtheoretischen Lehrgängen beträgt 30 bis 32 Stunden wöchentlich.

Die Schwerpunkte liegen im:

Zwangsvollstreckungsrecht, bürgerlichen und Handelsrecht, Zustellungswesen, Kostenrecht sowie den gerichtsvollzieherspezifischen Fächern. Darüber hinaus wird Grundwissen in den Bereichen Psychologie, Selbstverteidigung, Steuerrecht und Arbeitsrecht, Staatsrecht, Strafrecht, Deeskalation und Eigensicherung vermittelt.

Justizbedienstete behalten während der Ausbildung ihre dienstrechtliche Stellung und Vergütung.


Die Ausbildung endet mit der Laufbahnprüfung für den Gerichtsvollzieherdienst. Diese besteht aus fünf Aufsichtsarbeiten und einer mündlichen Prüfung. Die Prüfungen werden abgenommen durch die Prüfungsausschüsse bei den jeweiligen Oberlandesgerichten. Bei Nichtbestehen können ggf. Teile der Ausbildung und die Prüfung wiederholt werden.

Eignungslehrgang

Zur Einführungszeit können Beamtinnen und Beamte der Laufbahngruppe 1.2 (Justizdienst oder Verwaltungsdienst im Justizvollzug) zugelassen werden. Die Gerichtsvollzieherausbildungsordnung (GVAO) vom 16.11.2017 sieht aber auch die Zulassung sonstiger Bewerberinnen und Bewerber vor.

In Betracht kommen insbesondere Justizfachangestellte, Beamtinnen und Beamte des Landes Nordrhein-Westfalen andere nichttechnischer Laufbahnen oder auch Quereinsteiger, die über eine abgeschlossene Berufsausbildung und eine für den Gerichtsvollzieherdienst förderliche Berufserfahrung von mindestens drei Jahre verfügen (siehe auch „Einstellungsvoraussetzungen“). Personen aus diesem Bewerberkreis müssen vor der Einführungszeit einen Eignungslehrgang erfolgreich abgeschlossen haben.

Der Eignungslehrgang gem. §§ 7 bis 13 GVAO besteht aus einem 3 Monate dauernden fachtheoretischen Lehrgang und aus fachpraktischen Ausbildungszeiten.Solche Ausbildungsgänge werden nach Bedarf durchgeführt, wobei die fachtheoretische Ausbildung in der Regel bei dem Ausbildungszentrum der Justiz Nordrhein-Westfalen, Nebenstelle Monschau, stattfindet.

Hinweis:
Einer Ausbildung in Teilzeit steht die Struktur der Ausbildung der Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher während des Eignungslehrgangs und der Einführungszeit entgegen, vgl. §§ 8 und 15 GVAO.