Fachtagung Inkasso

Landesregierung will unseriöse Inkasso- Praktiken eindämmen

Thema bei der Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister nächste Woche
Am Montag (27.05.) standen bei einer Fachtagung im Oberlandesgericht Düsseldorf unseriöse Geschäftspraktiken von Inkassodienstleistern und Vorschläge zur Verbesserung des Inkasso-Wesens im Mittelpunkt. Der gemeinsamen Einladung des Verbraucherschutz- und des Ministeriums der Justiz folgten über 90 Expertinnen und Experten aus Inkasso-Unternehmen, Branchenverbänden, Anwaltschaft, Verbraucherzentralen und Schuldnerberatungen.

Klar ist: Verbindlichkeiten sind zu erfüllen. Wenn jedoch offene Rechnungen durch unseriöses und überteuertes Inkasso in Kürze auf ein Vielfaches der Ursprungssumme anwachsen, ist Zeit gegenzusteuern. Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser und Minister der Justiz Peter Biesenbach sehen akuten Handlungsbedarf, den Rechtsrahmen für Inkasso-Unternehmen anzupassen, damit aus kleinen Forderungen keine große Abzocke wird.


Minister Biesenbach: „Seriös betriebene Inkasso-Dienstleistungen haben für unsere Wirtschaft eine wichtige Bedeutung. So gibt es eine Vielzahl verantwortungsvoll und lauter arbeitende Unternehmen, denen wir bei ihrer Arbeit durch entsprechende gesetzliche Regelungen einen verlässlichen Rahmen zur Verfügung stellen müssen. Keinen Schutz hingegen verdienen diejenigen, die durch fragwürdige Arbeitsweisen und zu unverhältnismäßigen Preisen versuchen, Profit zu schlagen.“


Kostenspirale für Privathaushalte wächst
Viele Fälle aus der Verbraucherberatung zeigen, wie die Kostenspirale für Privathaushalte durch unseriöse Geschäftspraktiken von Inkassodienstleistern stark anwächst. So beispielsweise in einem Schuldenfall, in dem ein Abschlag auf eine Stromrechnung in Höhe von 29,00 Euro nicht gezahlt wurde: Nach wiederholtem Ausbleiben der Zahlung und durch das Einschalten eines Inkassodienstleisters wurde in wenigen Wochen aus einem Zahlungs-Rückstand von 87 Euro ein Rückstand von 297 Euro, Zinsen und weitere Kosten noch nicht mitgerechnet.


Diskussion über zentrale Inkassoaufsicht
Auch das Für und Wider einer bundesweit zentralen Inkassoaufsicht war Thema im Rahmen der Fachtagung. Die Zersplitterung der Aufsichtsstruktur auf 16 Länder und derzeit 39 Behörden ist zu komplex und steht einer effektiv arbeitenden Aufsicht entgegen.


In der kommenden Woche wird sich auch die Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister mit der Frage der Aufsicht über Inkassounternehmen beschäftigen.

Presseerklärung
auf der Webseite des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz.