EVALIS
v.l.n.r.: stv. Pressesprecher Dirk Reuter, Leiter d. kriminologischen Dienstes Wolfgang Wirth, Minister der Justiz Peter Biesenbach, Gruppenleiterin "Vollzugsangelgenheiten" im JM NRW Caroline Ströttchen. Quelle: Justiz NRW

Evaluation im Strafvollzug

Schaffung verbesserter Tatsachengrundlage für Behandlung von Gefangenen
Minister der Justiz Peter Biesenbach stellte heute (08.01.) Forschungsvorhaben zur Verbesserung der Rückfallrate von Strafgefangenen vor.

Der Justizvollzug in Nordrhein-Westfalen hat - wie der Strafvollzug in allen anderen Bundesländern - die Aufgabe, die Gefangenen auf ein straffreies Leben nach der Entlassung vorzubereiten. Zur Umsetzung dieses Auftrags bieten die Justizvollzugsanstalten den Gefangenen zahlreiche Behandlungsmaßnahmen an, die jetzt in einem breit angelegten Forschungsvorhaben auf ihre Wirksamkeit geprüft werden sollen.

Minister der Justiz Peter Biesenbach und der Leiter des Kriminologischen Dienstes der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen Wolfgang Wirth haben das Projekt „Evaluation im Strafvollzug - EVALiS“ heute (08.01.2020) erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel des Projekts ist es, das Behandlungsangebot im Strafvollzug in seinen Auswirkungen auf die Rückfallquote zu analysieren und dadurch künftig eine verbesserte Tatsachengrundlage für die Behandlung von Gefangenen zu schaffen.

In einem ersten Schritt sind landesweit anhand festgelegter Kriterien die Behandlungs- und Eingliederungsmaßnahmen in allen Justizvollzugsanstalten erfasst worden, die einen Beitrag zur Behandlung und Wiedereingliederung der Gefangenen leisten sollen. Aufgrund einer ersten Strukturanalyse dieses Maßnahmenangebots sollen jetzt Arbeitsgruppen eingesetzt werden, die eine neue Form der Diagnostik und eine andere Schwerpunktsetzung im Behandlungsvollzug in den Blick nehmen sollen.

Kern des Forschungsvorhabens soll die Entwicklung einer aussagekräftigen Studie zur Rückfallanalyse sein. Diese wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen, bevor erste Ergebnisse zur Auswirkung der Behandlungsangebote auf die Rückfallquote vorliegen werden.

Sprechzettel
des Ministers der Justiz Peter Biesenbach anlässlich der Pressekonferenz "Evaluation im Strafvollzug des Landes Nordrhein-Westfalen (EVALIS)"