Zeugenvernehmung im Sitzungssaal
Quelle: Justiz NRW

Vor Gericht aussagen: Rechte und Pflichten eines Zeugen

Gericht kann zum sofortigen Erscheinen auffordern
Der Aussage einer Zeugin oder eines Zeugen kommt vor Gericht eine wichtige Aufgabe zu. Lesen Sie, was Sie beachten müssen, wenn Sie beispielsweise als Zeugin oder Zeuge zur Hauptverhandlung im Strafverfahren geladen werden.

Erhalten Sie eine Ladung als Zeugin oder Zeuge, sind Sie nicht nur verpflichtet, bei Gericht zu erscheinen. Sie müssen auch aussagen. Nur in gesetzlich festgelegten Fällen können Zeuginnen und Zeugen ihre Aussage verweigern, beispielweise wenn Sie mit der oder dem Angeklagten verlobt oder verheiratet sind.

Bei der Zeugenaussage gilt die Wahrheitspflicht, über die die Richterin oder der Richter in der Verhandlung ausdrücklich belehrt. Im Falle einer Falschaussage machen Sie sich strafbar und können mit mindestens drei Monaten bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft werden.

Hinweis:
Die Ladung zur Hauptverhandlung erhalten Sie in der Regel mit einem einfachen Brief. Möglich ist auch eine mündliche, telefonische oder eine Ladung per Fax. Eine Ladungsfrist gibt es nicht, so dass Sie sogar aufgefordert werden können, sofort bei Gericht zu erscheinen.
 
Bei einigen Gerichten können Sie eine Zeugenbetreuung in Anspruch nehmen. Dies kann sich anbieten, wenn Sie z.B. Sie durch eine Aussage besonders belastet werden. Die Zeugenbetreuungsstellen stehen bei Fragen zur Ladung, Anreise und Orientierung im Gerichtsgebäude zur Seite. Sie bieten außerdem persönliche Informationsgespräche vor oder nach dem Gerichtstermin an. In besonderen Fällen kann die Zeugenbetreuung Sie als Zeugin oder Zeuge auf Wunsch sogar in die Gerichtsverhandlung begleiten. Zudem gibt es an vielen Gerichten Betreuungen für  Kinder, die als Zeugen aussagen sollen. Darin werden sie ihrem Alter angemessen auf ihre Rolle als Zeugen vorbereitet.

Zeugen: Rechte und Pflichten
Weitere Informationen im Justizportal des Landes Nordrhein-Westfalen.