Schadenersatzklage gegen Signal Iduna: Zeuge bestreitet Rufmordpläne


Dienstag, 06. Februar 2018 17.47 Uhr


Dortmund (dpa) - Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld wirft der Versicherung Signal Iduna eine Rufmordkampagne vor. Vor Gericht klagt er auf Schadenersatz und beziffert diesen auf eine Milliarde Euro. Ein erster Zeuge bestreitet jedoch Absprachen.

Im millionenschweren Schadenersatzprozess des Immobilienunternehmers Anno August Jagdfeld gegen die Versicherung Signal Iduna hat ein erster Zeuge etwaige Absprachen über eine geplante Rufschädigung Jagdfelds nicht bestätigt. «Diese Behauptung ist außerhalb jeder Realität», sagte der inzwischen pensionierte Leiter des Bereichs für Finanzen und Beteiligungen bei der Signal Iduna am Dienstag.

Jagdfeld wirft dem Versicherungskonzern die Initiierung einer Rufmordkampagne im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung des Berliner Hotels Adlon vor. Die Signal Iduna hatte sich seinerzeit mit fünf Millionen Euro an dem geschlossenen Anlegerfonds beteiligt.

Die Anwälte von Anno August Jagdfeld beziffern den ihm angeblich entstandenen Vermögensschaden inzwischen auf rund eine Milliarde Euro. In dem Verfahren vor dem Dortmunder Landgericht wird aber zunächst nur geklärt, ob der Immobilienunternehmer überhaupt einen Anspruch auf Schadenersatz hat. Über dessen Höhe müsste später in einem anderen Verfahren verhandelt werden.

Im Zusammenhang mit dem Adlon-Immobilienfonds und dem offensichtlich ausgebliebenen Erfolg hatte sich im Jahr 2009 eine Anleger-Schutzgemeinschaft gegründet, der später auch die Signal Iduna beigetreten war. Als Sprecher der Gemeinschaft tat sich ein Rechtsanwalt hervor, der in mehreren Rundbriefen Jagdfeld attackierte. Der Zeuge erklärte vor Gericht am Dienstag dazu: «Das war sicherlich nicht meine Wortwahl.» Es habe aber zu keiner Zeit einen Auftrag der Signal Iduna an den Anwalt gegeben, so brachial gegen Jagdfeld vorzugehen.

Nach Ansicht des Leiters des Bereichs für Finanzen und Beteiligungen hätte eine gezielte Rufmordkampagne gegen den Initiator des Adlon-Fonds auch überhaupt keinen Sinn gemacht. Die Versicherung Signal Iduna habe seinerzeit ein Beteiligungs-Portfolio von insgesamt 2,7 Milliarden Euro verwaltet. Da sei ein Investment von 5 Millionen Euro eher als klein anzusehen, sagte der Zeuge.

Christian Plöger, Sprecher der Jagdfeld-Gruppe, zeigte sich zufrieden mit dem Verhandlungstag. «Es war ein guter Auftakt, da sich der Zeuge mehrmals auf's Glatteis begeben hat», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Die weitere Vernehmung der Vorstände der Signal Iduna wird die Rufmordkampagne endgültig ans Tageslicht bringen.»

Dagegen sagte Lutz Aderholt, der Anwalt der beklagten Versicherung, es habe sich erneut herausgestellt, dass die Klage völlig haltlos sei. «Einen Plan für eine Rufschädigung hat es nie gegeben.»

Das Dortmunder Landgericht will in dem Verfahren in den kommenden Tagen noch weitere hochrangige Mitarbeiter und Vorstände als Zeugen vernehmen. Es erinnert an den jahrelangen Streit zwischen der Mediengruppe Kirch und der Deutschen Bank, in der Kirchs Erben 2014 per Vergleich mehr als 900 Millionen Euro bekommen hatten.