/WebPortal_Relaunch/Service/mediathek_neu

Prozess um getöteten Säugling: passte nicht zur Lebensplanung


Freitag, 07. Juni 2024 5.00 Uhr


Bielefeld (dpa/lnw) - Bereits vor der Geburt sollen die Eltern laut Anklage einen Entschluss gefasst haben: Das Neugeborene muss sterben. Jetzt verhandelt das Landgericht Bielefeld wegen Mordes.

Vor dem Landgericht Bielefeld müssen sich ab Dienstag (11.6.) die Eltern eines nach der Geburt getöteten Säuglings verantworten. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft haben die zum Tatzeitpunkt 19-jährige Mutter und der 22-jährige Vater das Neugeborene im November 2023 gemeinsam nach der Entbindung in der eigenen Wohnung in Bielefeld getötet. Die Anklage lautet deshalb auf Mord. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Baby nicht in die Lebensplanung der Eltern passte. 

Trotz Hilfsangeboten zum Aufziehen des Kindes habe das Paar den gemeinsamen Entschluss zu der Tat gefasst. Laut Anklage tötete der Vater den Säugling mit vier Messerstichen in den Bauch. Die Obduktion bestätigte die Todesursache. In der Nacht hatte der Angeklagte den in einer Kühltasche verpackten Leichnam in ein Waldstück in Bielefeld gebracht. 

Nachdem es Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gegeben hatte, schickte ein Richter das Paar im Dezember 2023 in Untersuchungshaft. Bei seiner Vernehmung gab der 22-Jährige dann Hinweise auf den Ablageort. Die Ermittler fanden den toten Säugling daraufhin in einem Waldstück zwischen dem Wohnhaus der Eltern und der Autobahn 33 (Osnabrück-Paderborn).