Häusliches Arbeitszimmer kann Steuer mindern


Mittwoch, 19. April 2017 15.22 Uhr


München (dpa) - Selbstständige können ein Arbeitszimmer zu Hause unter Umständen auch dann von der Steuer absetzen, wenn sie einen Schreibtisch im Betrieb haben. Das hat der Bundesfinanzhof im Fall eines selbstständigen Logopäden entschieden, der in zwei Praxen arbeitet. Für Verwaltungsarbeiten nutzt er ein häusliches Arbeitszimmer.

Laut Einkommensteuergesetz kann ein häusliches Arbeitszimmer nicht von der Steuer abgesetzt werden, wenn ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Das Finanzgericht entschied im konkreten Fall aber, dass die Büroarbeit in den Praxisräumen auch außerhalb der Öffnungszeiten nicht zumutbar sei. Deshalb seien bis zu 1250 Euro für das Büro zuhause abzugsfähig. Dem folgten die obersten Finanzrichter in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Urteil.

Wenn die Nutzung des Arbeitsplatzes so eingeschränkt sei, dass der Steuerzahler einen erheblichen Teil seiner Arbeit zu Hause verrichten muss, greife das Abzugsverbot nicht. Im Streitfall sei die Nutzung der Praxisräume wegen der Größe und Ausstattung, der Nutzung durch vier Angestellte, den Umfang der Büroarbeit und die Vertraulichkeit der Unterlagen unzumutbar.