Justiz Paragraph
Quelle: © panthermedia.net / Norbert Buch

Abteilung V

Förderung der Selbstständigkeit der Justizangehörigen im Umgang mit neuen Entwicklungen
Aus- und Fortbildung, Justizkommunikation, Forschung, Internationale Zusammenarbeit

Schon immer kam es vor allem darauf an, durch Lernen Verständnis zu gewinnen. Lernen ist heute noch weniger als früher die Anhäufung positiven Wissens, das natürlich auch sein muss. Lernen bedeutet heute vor allem die Fähigkeit zu erwerben, sein Leben lang weiter lernen zu können. Die Förderung der Selbstständigkeit aller Angehörigen der Justiz im Umgang mit immer neuen Entwicklungen steht deshalb im Vordergrund der Aus- und Fortbildung.

Gleiche Chancen für alle

Das Ministerium der Justiz ist für die Ausbildung der Juristinnen und Juristen, aber auch der Angehörigen der anderen Berufsgruppen der Justiz, z. B. des Rechtspfleger-, Amtsanwalts- oder Gerichtsvollzieherdienstes, verantwortlich. Es setzt sich fortlaufend für strukturell und inhaltlich optimale Ausbildungs- und Prüfungsbedingungen ein. Im Prüfungswesen gilt dies insbesondere für die Schaffung einheitlicher Standards, die Chancengleichheit für alle Prüflinge garantieren. Besondere Bedeutung kommt hier den juristischen Staatsprüfungen zu: So führt das Ministerium der Justiz die Aufsicht über die für die Abnahme der ersten Staatsprüfung zuständigen Prüfungsämter bei den Oberlandesgerichten Düsseldorf, Hamm und Köln. Für die zweite juristische Staatsprüfung ist das dem Ministerium angegliederte Landesjustizprüfungsamt zuständig. Wer diese Prüfung erfolgreich absolviert, erlangt die Befähigung zum Richteramt sowie zum höheren allgemeinen Verwaltungsdienst; auch ist das Bestehen der zweiten juristischen Staatsprüfung Voraussetzung für die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft.

Das Landesjustizprüfungsamt besteht aus hauptamtlichen und nebenamtlichen Mitgliedern. Die hauptamtlichen Mitglieder, die langjährige Erfahrungen im Ausbildungsbereich mitbringen, bilden den Stamm der Prüferinnen und Prüfer und sorgen so für die Einheitlichkeit der Prüfungsmaßstäbe. Die nebenamtlichen Prüferinnen und Prüfer sind Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte, Verwaltungsbeamte und Wirtschaftsjuristen; sie tragen dazu bei, dass die verschiedenen Aspekte der juristischen Praxis Eingang in die Prüfungen finden.

Lebenslanges Lernen

Jeder kennt es aus seinem Beruf: Was man vor zwanzig Jahren gelernt hat, gilt heute so nicht mehr. Das Ministerium hat die Aufgabe, die Justiz in die Lage zu versetzen, mit der Entwicklung Schritt zu halten. So ist Fortbildung für die Angehörigen der Justiz zu einer festen Einrichtung geworden. In mehreren Fortbildungsstätten bringen wir das Wissen und die Kompetenzen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter laufend auf den neuesten Stand. Dabei stehen nicht nur die Anwendung neuer Gesetze und die Einführung in die Informationstechnik der Justiz, sondern auch die Weiterentwicklung sozialer und kommunikativer Kompetenzen auf dem Lehrplan.

Nachwuchsgewinnung

Die Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen verfügt über engagierte, kompetente, qualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Um den hohen Qualitätsstandard in der nordrhein-westfälischen Justiz zu sichern, ist die Gewinnung des „richtigen Personals“ von entscheidender Bedeutung. Hierbei gilt es insbesondere, Auswirkungen des demografischen Wandels und generationenspezifischer geänderter Einstellungen künftiger Bewerberinnen und Bewerber in den Blick zu nehmen. Vor allem den Gerichten und Behörden, die für die Einstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zuständig sind, soll die praktische Arbeit im Rahmen der Nachwuchsgewinnung erleichtert werden.

Justiz forscht

Zur Erweiterung des Wissensstandes in den Themenbereichen der Justiz betreibt das Ministerium auch Justizforschung, indem es entsprechende Forschungsaufträge an Hochschulen und andere Institutionen vergibt.

Die Forschungsvorhaben befassen sich überwiegend mit aktuellen / tagespolitischen Themen der Justiz. Dazu zählen z.B. die Bewertung der außergerichtlichen Streitschlichtung oder die praktische Umsetzung des Täter-Opfer-Ausgleichs.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen sollen dazu dienen, rechtspolitische Fragestellungen ebenso wie solche der rechtlichen Praxis lösen zu helfen.

Über den Zaun - Internationale Zusammenarbeit

Auch im Bereich des Justizwesens gewinnt der Blick über die eigenen Grenzen an Bedeutung. EU-einheitliche Rechtsnormen und das Bemühen um gegenseitige Anerkennung von Justizakten schaffen mehr und mehr Berührungspunkte zwischen den nationalen Rechtsordnungen.

Die Justiz in Nordrhein-Westfalen pflegt daher enge Beziehungen zu den Justizverwaltungen anderer europäischer, aber auch außereuropäischer Staaten und unterstützt Reformprojekte der Europäischen Union. Dadurch leistet dasMinisterium der Justiz einen aktiven Beitrag zu der Heranführung weiterer Staaten an die Rechtsordnung der Europäischen Union. Durch eine aktive Mitarbeit im Europäischen Justiziellen Fortbildungsnetzwerk EJTN fördert Nordrhein-Westfalen zudem nachhaltig den europäischen Aspekt der Fortbildung der Richter und Staatsanwälte.

Verantwortlich: Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen, Abteilung V, Stand: 2017

Abteilungsleiterin: Präsidentin des Landesjustizprüfungsamtes Halstenberg-Bornhofen
Abteilungsbüro: Regierungsbeschäftigte Görtz, Tel: +49 211 8792-284