Richter (m/w/d)

Als Richterin / Richter üben Sie eine verantwortungsvolle, vielfältige und sinnstiftende Tätigkeit aus und sorgen maßgeblich für die Aufrechterhaltung des Rechtsfriedens.

Was erwartet mich?

Richterinnen und Richtern ist die Rechtsprechung anvertraut. Sie üben eine verantwortungsvolle, vielfältige und sinnstiftende Tätigkeit aus und sorgen maßgeblich für die Aufrechterhaltung des Rechtsfriedens. In allen Bereichen regeln sie – gerade wenn es zu Konflikten kommt – unvoreingenommen das alltägliche Zusammenleben der Menschen oder entscheiden im Strafprozess über Schuld und Strafe.

Richterinnen und Richter sind bei ihrer rechtsprechenden Tätigkeit unabhängig, einzig und allein dem Gesetz verpflichtet und keinen Weisungen unterworfen. Sie werden auf Lebenszeit ernannt und sind grundsätzlich nicht versetzbar.

Ihre tägliche Arbeit besteht darin, Sachverhalte aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen sorgfältig zu prüfen und anhand der Rechtslage zügig sachgerechte Entscheidungen zu treffen. Richterinnen und Richter können auch vermittelnd auf die Beteiligten einer Auseinandersetzung einwirken, um einvernehmliche Lösungen zu erzielen, beispielsweise im Rahmen von Vergleichsverhandlungen oder als Güterichterin oder Güterichter in einem Mediationsverfahren.


Wo werden Sie arbeiten?

Standortkarte Quelle: Justiz NRW

Richterinnen und Richter arbeiten jeweils in einer der fünf Gerichtsbarkeiten Nordrhein-Westfalens, wobei unter Umständen ein Wechsel in eine andere Gerichtsbarkeit möglich ist. Dies sind:

  • die ordentliche Gerichtsbarkeit mit 129 Amtsgerichten, 19 Landgerichten und den drei Oberlandesgerichten in Düsseldorf, Hamm und Köln,
  • die Verwaltungsgerichtsbarkeit mit sieben Verwaltungsgerichten und dem Oberverwaltungsgericht in Münster,
  • die Sozialgerichtsbarkeit mit den acht Sozialgerichten und dem Landessozialgericht in Essen,
  • die Arbeitsgerichtsbarkeit mit 30 Arbeitsgerichten und den drei Landesarbeitsgerichten in Düsseldorf, Hamm und Köln sowie
  • die Finanzgerichtsbarkeit mit den drei Finanzgerichten in Düsseldorf, Köln und Münster.

Sämtliche Standorte und Einsatzmöglichkeiten für alle, die eine sinnstiftende Tätigkeit in unserem Bundesland suchen, finden Sie auf unserer Standorte-Übersicht.


Frank D., Richter
Frank D.
Richter
Als Richter entscheide ich nicht nur über den Ausgang eines Verfahrens, sondern über die Schicksale von Menschen. Mögliche Täter, betroffene Opfer, Kläger oder Beklagte – ich muss allen Seiten gerecht werden. Auf dieser Basis spreche ich Recht: objektiv, unvoreingenommen, im Namen des Volkes. Das ergibt nicht nur Sinn für mich, sondern auch für unsere Gesellschaft.

Was müssen Sie mitbringen?

Einstellungsvoraussetzungen Quelle: Justiz NRW

Das Richteramt gehört zur Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt in der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Juristinnen und Juristen müssen folgende Voraussetzungen für die Berufung zur Richterin / zum Richter erfüllen:

  • Deutsche / Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes
  • Eintreten für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes
  • Befähigung zum Richteramt, d. h. Volljurist
  • Vorhandensein erforderlicher sozialer Kompetenzen

Die weiteren Voraussetzungen für den richterlichen Probedienst in Nordrhein-Westfalen sind:

  • vorzugsweise – aber nicht zwingend –Prädikatsexamen in der zweiten juristischen Staatsprüfung
  • ggf. fachliche Qualifikation entsprechend der gewählten Gerichtsbarkeit
  • zum Zeitpunkt der Einstellung regelmäßig noch nicht 42 Jahre alt; als schwerbehinderter oder gleichgestellter behinderter Mensch (§ 2 Absatz 3 Sozialgesetzbuch IX) regelmäßig noch nicht 45 Jahre alt
  • Dienstfähigkeit aus amtsärztlicher Sicht

Das Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen hat mit Erlass vom 29.06.1999 die Voraussetzungen für die Einstellung in den richterlichen Probedienst des Landes geregelt. In Nordrhein-Westfalen werden in der Regel derzeit nur Juristen eingestellt, die das Zweite juristische Staatsexamen mit Prädikat abgelegt haben (vollbefriedigend, mindestens 9 Punkte).

Es können aber auch solche Bewerber zu einem Auswahlgespräch eingeladen werden, die in der zweiten juristischen Staatsprüfung weniger als 9,0 Punkte aber mindestens 7,76 Punkte erreicht haben und sich durch besondere persönliche Eigenschaften auszeichnen. Dies können z. B. besondere Leistungen im Abitur, im Studium, in der Ersten Prüfung, in der Referendarzeit erheblich über der Note im zweiten Staatsexamen liegende Beurteilungen oder besondere persönliche Fähigkeiten und Erfahrungen sein, welche die Persönlichkeit eines Richters positiv prägen und den Bewerber herausheben.




Wie erfolgt der Berufseinstieg? Welche Perspektiven haben Sie?

Richterinnen und Richter werden zunächst in ein Richterverhältnis auf Probe berufen. Sie üben das Richteramt von Beginn an eigenverantwortlich und in sachlicher Unabhängigkeit aus. Regelmäßig erfolgt der Einsatz in der ordentlichen Gerichtsbarkeit innerhalb eines Landgerichtsbezirks, bei den Fachgerichtsbarkeiten bei einem bestimmten Gericht (z. B. Verwaltungsgericht). Nach erfolgreichem Verlauf der Probezeit, die zumeist drei Jahre dauert, erfolgt die Ernennung zur Richterin / zum Richter auf Lebenszeit.

Richterinnen und Richter erhalten nach ihrer Einstellung im Rahmen mehrtägiger Proberichtertagungen in der Justizakademie Recklinghausen Hilfestellung für die erste Phase der richterlichen Tätigkeit. Im Übrigen erfahren Richterinnen und Richter sowohl zu Beginn der Tätigkeit – wie auch im späteren Berufsleben – Unterstützung durch ein breit gefächertes Fortbildungsangebot zu allgemeinen und fachspezifischen Themen.


Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten

Darüber hinaus bietet die nordrhein-westfälische Justiz vielseitige Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel:

  • Abordnungen an das Bundesverfassungsgericht, oberste Bundesgerichte oder die Bundesanwaltschaft
  • Abordnungen an Ministerien des Bundes oder des Landes, insbesondere das Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen oder das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
  • Zuweisungen an europäische und internationale Institutionen, insbesondere an die Europäische Kommission, den Gerichtshof der Europäischen Union und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte
  • Bewilligung von Sonderurlaub zur Wahrnehmung von Aufgaben in Rechtsstaats- oder Friedensmissionen der Europäischen Union oder der Vereinten Nationen
  • Einsatz im Fortbildungsbereich der Justizakademie des Landes Nordrhein-Westfalen oder als Dozentin / Dozent an der Fachhochschule für Rechtspflege
  • Tätigkeit als Prüferin / Prüfer bei einem der Justizprüfungsämter oder als Leiterin / Leiter von Referendararbeitsgemeinschaften
  • Beförderung zur Vorsitzenden Richterin / zum Vorsitzenden Richter oder zur Richterin / zum Richter an einem Obergericht
  • Übernahme von Leitungsfunktionen in der Justiz – beispielsweise als Direktorin / Direktor oder Präsidentin / Präsident eines Gerichts

Wie viel verdienen Sie?

Besoldung Quelle: Justiz NRW

Die Besoldung von Richterinnen und Richtern in Nordrhein-Westfalen erfolgt nach dem Landesbesoldungsgesetz – LBesG NRW, Besoldungsgruppe R LBesO NRW.

Der Berufseinstieg erfolgt in der Besoldungsgruppe R 1, wobei die Besoldung mit zunehmender Erfahrung in Stufen ansteigt und sich durch Zuschläge – z. B. einen Familienzuschlag – erhöhen kann. In Krankheitsfällen wird eine Beihilfe gewährt. Darüber hinaus besteht Anspruch auf Versorgung nach den beamtenrechtlichen Grundsätzen.


Wie können Sie sich bewerben?

In Nordrhein-Westfalen werden laufend qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber für das Richteramt gesucht. Die Bewerbung ist an die Präsidentin / den Präsidenten des Obergerichtes zu richten, in dessen Bezirk die Bewerberin / der Bewerber eingestellt werden möchte:

  • Oberlandesgerichte Düsseldorf, Hamm oder Köln
  • Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster
  • Landesarbeitsgerichte Düsseldorf, Hamm oder Köln
  • Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen in Essen
  • Finanzgerichte Düsseldorf, Köln oder Münster


Bewerbungen von Frauen, schwerbehinderten und gleichgestellten behinderten Menschen im Sinne des § 2 Absatz 3 des Sozialgesetzbuches IX und von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht.

Detaillierte Informationen zu Einstellungsvoraussetzungen, erforderlichen Bewerbungsunterlagen und zum Ablauf des Auswahlverfahrens finden Sie auf den Webseiten der jeweiligen Gerichte.


Weitere Informationen auf folgenden Websites