Fachkraft des ambulanten Sozialen Dienstes (m/w/d)

Sie haben Sozialarbeit oder Sozialpädagogik studiert und kümmern sich überwiegend um straffällig gewordene Personen, aber auch um Opfer / Geschädigte von Straftaten.

Was erwartet mich?

An jedem Landgericht in Nordrhein-Westfalen gibt es einen ambulanten Sozialen Dienst mit den Fachbereichen Bewährungshilfe, Gerichtshilfe und Führungsaufsicht. Die Fachkräfte dieses Dienstes kümmern sich vorwiegend um straffällig gewordene Personen und greifen zu verschiedenen Zeiten und mit unterschiedlichen Ansätzen in das Leben ihrer Klientinnen und Klienten ein.

Im Rahmen der Gerichtshilfe untersuchen und berichten die Fachkräfte über die persönlichen Verhältnisse und die soziale Lage von Beschuldigten, Angeklagten und Verurteilten. Durch ihre Berichte unterstützen sie die Staatsanwaltschaften, Strafgerichte, Strafvollstreckungsbehörden und Gnadenstellen bei einer sachgerechten Entscheidung. Im Rahmen der psychosozialen Prozessbegleitung begleiten speziell ausgebildete Fachkräfte besonders schutzbedürftige Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Opfer eines Sexualdeliktes oder einer Gewalttat mit schweren physischen und psychischen Folgen geworden sind und besonderer Unterstützung bedürfen.

Im Täter-Opfer-Ausgleich-Verfahren vermitteln Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter des ambulanten Sozialen Dienstes zwischen Beteiligten einer Straftat. Geschädigte und Beschuldigte erhalten hierbei die Gelegenheit, einen bestehenden Konflikt außergerichtlich zu lösen und eine schnelle und faire Wiedergutmachung des entstandenen Schadens zu erreichen.

In Rahmen der Geldstrafenvollstreckung unterstützen sie Verurteilte, die ihre Geldstrafe nicht innerhalb der Zahlungsfrist beglichen haben, bei der Stellung von Ratenzahlungsanträgen und der Tilgung der Geldstrafe durch gemeinnützige Arbeit.

Im Rahmen der Bewährungshilfe und Führungsaufsicht betreuen die Fachkräfte Erwachsene, Heranwachsende und Jugendliche, deren Freiheits- oder Jugendstrafe ganz oder z. T. zur Bewährung ausgesetzt wurde bzw. bei denen Führungsaufsicht eingetreten ist. Sie unterstützen ihre Klientinnen und Klienten dabei, ihr Leben eigenverantwortlich zu organisieren und so zu verändern, dass sie in Zukunft straffrei leben können. Die Hilfs- und Betreuungsangebote für Verurteilte orientieren sich dabei am individuellen Bedarf.

Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer beraten beispielsweise bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Suchtproblemen. Auch helfen Sie bei der Wohnungssuche oder dem Erhalt einer Wohnung. Dabei kooperieren die Fachkräfte unter anderem mit Schuldner- und Wohnungslosenberatungs-stellen, Sozialbehörden oder Therapieeinrichtungen. Zudem überwachen sie die Einhaltung von gerichtlichen Auflagen und Weisungen. In vom Gericht bestimmten Zeitabständen berichten sie über die Lebensführung der Verurteilten. Je nach Bewährungsverlauf entscheidet das aufsichtführende Gericht über Straferlass, Verlängerung, Verkürzung oder Widerruf der Bewährungszeit.


Was ist am ambulanten Sozialen Dienst der Justiz in Nordrhein-Westfalen besonders?

Die früher selbständig und weitgehend unabhängig voneinander arbeitenden Dienste der Bewährungshilfe, Führungsaufsicht und Gerichtshilfe sind in einen ambulanten Sozialen Dienst der Justiz in Nordrhein-Westfalen überführt worden. So ist eine integrierte Kriminalpolitik mit spezialisierten, sinnvoll vernetzten und damit leistungsstärkeren Fachbereichen möglich.

Die Klientel des ambulanten Sozialen Dienstes setzt sich überwiegend zusammen aus straffällig gewordenen Menschen mit vielfältigen Problemlagen, insbesondere

  • Arbeitslosigkeit,
  • Überschuldung,
  • Sucht,
  • psychischen und physischen Beeinträchtigungen,
  • sozialer Desintegration und
  • verringerten sozialen Kompetenzen.

Mit dem Instrument der psychosozialen Prozessbegleitung betreut der ambulante Soziale Dienst aber auch Opfer bzw. Geschädigte von Straftaten.

Die Fachkräfte des ambulanten Sozialen Dienstes sind für straffällig gewordene Personen wichtige Bezugspersonen, die deren Umfeld und Problemlagen kennen. Um Entwicklungen richtig einschätzen und rechtzeitig mit den richtigen Maßnahmen eingreifen oder neue Projekte und Hilfsangebote entwickeln zu können, kooperieren sie eng mit unterschiedlichen Stellen, z. B. mit

  • Schuldner- und Wohnungslosenberatungsstellen,
  • Sozialbehörden oder Therapieeinrichtungen.
  • gesetzlichen Betreuerinnen / Betreuern,
  • Suchtberatungsstellen,
  • Therapieeinrichtungen / sozialpsychiatrischen Diensten,
  • forensischen Ambulanzen der Landeskrankenhäuser,
  • dem Maßregel- und Strafvollzug und
  • den Strafverfolgungsbehörden.

Tobias K., Fachkraft des ambulanten sozialen Dienstes
Tobias K.
Fachkraft des ambulanten Sozialen Dienstes
Als Fachkraft des ambulanten Sozialen Dienstes unterstütze ich zu Freiheitsstrafe oder Jugendstrafe Verurteilte, ein eigenverantwortliches Leben ohne Straftaten zu führen. Ich helfe ihnen bei praktischen Problemen wie der Arbeits- oder Wohnungssuche und bei der Entwicklung ihrer sozialen Kompetenzen. In der Prozessbegleitung stehe ich den Opfern zur Seite, gebe ihnen Rückhalt und Stabilität. Beides erlebe ich als meinen wichtigen Beitrag für eine bessere Gesellschaft.

Was müssen Sie mitbringen?

Einstellungsvoraussetzungen Quelle: Justiz NRW

Der ambulante Soziale Dienst der Justiz gehört zur Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt in der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Bewerberinnen und Bewerber als Fachkraft des ambulanten Sozialen Dienstes müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • mit Bachelorgrad, Mastergrad oder Diplom abgeschlossenes Studium der Fachrichtung Sozialarbeit oder Sozialpädagogik an einer Fach- oder Gesamthochschule oder Universität
  • die staatliche Anerkennung
  • ein Praktikum als Bewährungshelferin / Bewährungshelfer als Teil des ambulanten Sozialen Dienstes

Für die Berufung in das Beamtenverhältnis müssen außerdem folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • laufbahnbefähigende hauptberufliche Tätigkeit im öffentlichen Dienst nach dem Studium (mindestens 2,5 Jahre)
  • zum Zeitpunkt der Verbeamtung auf Probe regelmäßig noch nicht 42 Jahre alt; als schwerbehinderter oder gleichgestellter behinderter Mensch (§ 2 Absatz 3 Sozialgesetzbuch IX) regelmäßig noch nicht 45 Jahre alt
  • Deutsche / Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes oder die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union
  • Eintreten für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes
  • geordnete wirtschaftliche Verhältnisse
  • Dienstfähigkeit aus amtsärztlicher Sicht

Wie erfolgt der Berufseinstieg? Welche Perspektiven haben Sie?

Die Einstellung als Fachkraft des ambulanten Sozialen Dienstes erfolgt in der Regel in ein Beamtenverhältnis auf Probe, wenn die erforderliche hauptberufliche Tätigkeit schon vollständig abgeleistet wurde. Ansonsten erfolgt die Einstellung in ein Beschäftigungsverhältnis. Es wird im Arbeitsvertrag unwiderruflich vereinbart, sich in das Beamtenverhältnis auf Probe übernehmen zu lassen.


Wie viel verdienen Sie?

Besoldung / Gehalt Quelle: Justiz NRW

Fachkräfte des ambulanten Sozialen Dienstes erhalten als Beamtinnen / Beamte eine Besoldung nach der Besoldungsgruppe A 9 Landesbesoldungsordnung A zum Landesbesoldungsgesetz (LBesG NRW). Als Tarifbeschäftigte / Tarifbeschäftigter erfolgt die Eingruppierung in die Entgeltgruppe 10 des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst der Länder.


Wie können Sie sich bewerben?

In Nordrhein-Westfalen werden laufend qualifizierte Fachkräfte für den ambulanten Sozialen Dienst gesucht. Initiativbewerbungen sind jederzeit erwünscht. Die Bewerbung in den Oberlandesgerichtsbezirken Hamm und Köln ist an die Präsidentin / den Präsidenten des Oberlandesgerichts des Bezirks zu richten. Die Bewerbung im Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf ist grundsätzlich nur online möglich:

www.bewerbungsportal-justiz-nrw.de
Freie Stellen werden auch im Justiz-Onlineportal veröffentlicht.

Bewerbungen von Frauen, schwerbehinderten und gleichgestellten behinderten Menschen im Sinne des § 2 Absatz 3 des Sozialgesetzbuches IX und von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht.

Bitte beachten Sie, dass regelmäßig zeitnah nach Beginn der Bewerbungsfrist die ersten Auswahlverfahren durchgeführt werden und dass sich hierdurch naturgemäß die Chance auf eine Einstellung zum Ende der Bewerbungsfrist deutlich verringert bzw. spät eingehende Bewerbungen nicht mehr berücksichtigt werden können!

Detaillierte Auskünfte zu Einstellungsvoraussetzungen, erforderlichen Bewerbungsunterlagen und zum Ablauf des Auswahlverfahrens erteilen gerne:

Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf
 mit den Landgerichtsbezirken Düsseldorf, Duisburg, Kleve, Krefeld, Mönchengladbach und Wuppertal
 Rebecca Stapper, Telefon: 0211 4971-695
 E-Mail: einstellung-asd@olg-duesseldorf.nrw.de
 Internet: www.olg-duesseldorf.nrw.de

Oberlandesgerichtsbezirk Hamm
 mit den Landgerichtsbezirken Arnsberg, Bielefeld, Bochum, Detmold, Dortmund, Essen, Hagen, Münster, Paderborn und Siegen
 Kirsten Loer, Telefon: 02381 272-4708
 Internet: www.olg-hamm.nrw.de

Oberlandesgerichtsbezirk Köln
 mit den Landgerichtsbezirken Aachen, Bonn und Köln
 Jacqueline Haselier, Telefon: 0221 7711-620
 Internet: www.olg-koeln.nrw.de