Kölns Ex-Polizeichef Albers verliert Streit um Ruhestand


Mittwoch, 07. Februar 2018 13.55 Uhr


Köln (dpa/lnw) - Der frühere Kölner Polizeichef Wolfgang Albers hat eine Klage gegen seine Versetzung in den einstweiligen Ruhestand kurz nach den Silvesterübergriffen 2015/16 verloren. Zu der Begründung des Kölner Verwaltungsgerichts sagte eine Sprecherin am Mittwoch, Albers sei damals ein politischer Beamter gewesen. Damit sei «ein sehr breites Ermessen» gegeben. Die Verunsicherung der Bevölkerung und das Ziel eines Neuanfangs seien ausreichend gewesen für den Schritt. Auf die Frage nach einem persönlichen Verschulden komme es nicht an. Der «Kölner Stadt-Anzeiger» hatte zuerst über die Klage-Abweisung berichtet.

Der frühere NRW-Innenminister Ralf Jäger hatte Albers eine Woche nach den massiven Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Die Entscheidung sei nötig, «um das Vertrauen der Öffentlichkeit und die Handlungsfähigkeit der Kölner Polizei wiederherzustellen», hatte der SPD-Minister damals begründet.

Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zu den Maßnahmen der Ordnungskräfte in der Silvesternacht - betroffen von den Untersuchungen war auch Albers - sind gerade eingestellt worden. «Es besteht gegen keinen der an der Planung und an der Durchführung der polizeilichen und ordnungspolizeilichen Maßnahmen beteiligten Polizeibeamten und Bediensteten der Stadt Köln der hinreichende Verdacht einer Straftat», hatte die Staatsanwaltschaft in Aachen am Dienstag erklärt.