Seelsorgerin / Seelsorger
Quelle: Justiz NRW

Seelsorgerin / Seelsorger

Für Gefangene sind Sie eine wichtige Bezugsperson, die sie seelsorglich begleitet und auch in ganz normalen Fragen des alltäglichen Lebens unterstützt.

Was erwartet Sie?

„Ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen“ (Mt 25,36) und „Denkt an die Gefangenen als wäret ihr mitgefangen“ (Hebr 13,3) – die Kirchen sehen sich auch im Bereich des Strafvollzuges in der Verantwortung und engagieren sich in der seelsorglichen Betreuung der Gefangenen. Diese haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine religiöse bzw. seelsorgliche Begleitung während des Freiheitsentzugs.

Seelsorgerinnen und Seelsorger übernehmen im Justizvollzug folgende Aufgaben:

  • Feiern von Gottesdiensten an Sonn- und Feiertagen sowie Spenden der Sakramente
  • Führen von Einzelgesprächen mit Gefangenen und Bediensteten
  • langfristige Beratung und Begleitung der Gefangenen in persönlichen Angelegenheiten
  • Angebote zur Reflexion und Meditation
  • Besuchen und Beraten von Angehörigen der Gefangenen
  • Krisenintervention und seelsorgliche Begleitung in Ausnahmesituationen (z. B. Trauer)
  • Angebote zur Freizeitgestaltung wie z.B.
  • thematische Gruppen, Band, Gitarrenkurs, Stadtausgänge mit gelockerten Gefangenen, Kontaktgruppenarbeit
  • sonstige Aktivitäten wie
  • Teilnahme an Konferenzen, Mitwirkung an Aus-, Fort- und Weiterbildung, Mitwirkung bei der Öffentlichkeitsarbeit, Zusammenarbeit mit karitativen und diakonischen Verbänden, Pflege von Kontakten zu den Ortsgemeinden und Öffentlichkeitsarbeit

Seelsorgerinnen und Seelsorger im Justizvollzug vermitteln den Gefangenen religiöse Erfahrungen und leiten sie in der Praxis des christlichen Glaubens an. Sie sind aber auch in ganz normalen Fragen des alltäglichen Lebens und Zusammenlebens wichtige Bezugspersonen für alle Gefangenen und auch Bediensteten. Als neutrale Vertrauenspersonen tragen sie dazu bei, Probleme einzelner Gefangener, aber auch Konflikte innerhalb der Einrichtung zu lösen.


Was sind die besonderen Herausforderungen?

Seelsorgerinnen und Seelsorger, die in Justizvollzugsanstalten tätig sind, werden in besonderem Maße gefordert, da Gefangene während ihrer Inhaftierung oftmals das eigene Leben in Frage stellen, existentielle Krisen durchleben und möglicherweise großen Gesprächsbedarf haben. Situationen und Konflikte, die in Freiheit schon schwierig zu meistern sind, können sich unter den Umständen des Freiheitsentzuges massiv verschärfen und das Wohlergehen der / des einzelnen Gefangenen, aber auch das geordnete Zusammenleben in der Gemeinschaft gefährden. Seelsorgerinnen und Seelsorger sind dann wichtige Vertrauenspersonen.

Da sie der Schweigepflicht unterliegen, müssen Seelsorgerinnen und Seelsorger in Justizvollzugsanstalten damit umgehen können, dass sie oftmals sehr persönliche Dinge erfahren und mit existenziellen Konflikten konfrontiert werden – diese aber für sich behalten müssen. Sie sollten daher über eine sehr stabile Persönlichkeit verfügen und ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit mitbringen. Einfühlungsvermögen ist bei ihrer Tätigkeit ebenso wichtig wie die Fähigkeit, jederzeit die nötige Distanz zu den Gefangenen zu wahren.

Seelsorgerinnen und Seelsorger finden in der Justizvollzugsanstalt ein interessantes Arbeitsfeld, das sie mit nahezu allen menschlichen Fragestellungen und Konflikten konfrontiert, ihnen angesichts existenzieller Fragestellungen aber auch die Möglichkeit eröffnet, besonders intensive spirituelle Erfahrungen zu vermitteln und mitzuerleben.


Seelsorgerin im Justizvollzug
Marie R.
Seelsorgerin im Justizvollzug
Als Seelsorgerin im Justizvollzug helfe ich den Gefangenen, zum Glauben zu finden und sich darin weiter zu entwickeln. In der persönlichen Begegnung mit der Religion lernen und erfahren sie, dass eine Umkehr mit Hilfe des Glaubens möglich ist. Und dass sich dadurch die Dinge zum Guten verändern. Das glaube ich nicht nur, sondern erfahre es täglich.

Was müssen Sie mitbringen?

Einstellungsvoraussetzungen Quelle: Justiz NRW

Der Seelsorgliche Dienst im Justizvollzug gehört zur Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt im Justizvollzug des Landes Nordrhein-Westfalen.

Seelsorgerinnen und Seelsorger, die in Justizvollzugsanstalten des Landes Nordrhein-Westfalen tätig sind, haben in der Regel das Studium der Theologie an einer Universität, einer Philosophisch-Theologischen Hochschule oder einer kirchlichen Hochschule abgeschlossen.


Wie erfolgt der Berufseinstieg? Welche Perspektiven haben Sie?

Seelsorgerinnen und Seelsorger, die ein Amt in einer öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft oder in einem Verband einer solchen Gemeinschaft ausüben, werden im Einvernehmen mit der jeweiligen Religionsgemeinschaft im Wege der Gestellung von der jeweiligen Kirche entsandt oder in ein Beamtenverhältnis übernommen. Ebenso ist eine arbeitsvertragliche Verpflichtung als Tarifbeschäftigte / Tarifbeschäftigter möglich.


Wie viel verdienen Sie?

Besoldung / Gehalt Quelle: Justiz NRW

Seelsorgerinnen und Seelsorger erhalten als Beamtinnen / Beamte eine Besoldung nach Landesbesoldungsgesetz – LBesG NRW, Besoldungsordnung A LBesO NRW und werden in die Besoldungsgruppen A 13 bis A 15 (evtl. A 15) (zzgl. etwaiger Zuschläge) eingruppiert. Als Tarifbeschäftigte / Tarifbeschäftigter erfolgt die Eingruppierung in die Entgeltgruppe 13 TV-L.


Wie können Sie sich bewerben?

Die in der Nähe Ihres Wohnortes liegende Justizvollzugsanstalt ist der richtige Ansprechpartner.

Eine individuelle Beratung erhalten Sie direkt beim:

Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen
– Referat IV B 2 –
Martin-Luther-Platz 40
 40212 Düsseldorf