Frauen und Männer stehen im Halbkreis
junge Richterinnen und Richter aus ganz Deutschland
Quelle: Justiz NRW

Oberlandesgericht Hamm: Zukunft der Justiz - Justiz der Zukunft

Wie muss sich die juristische Ausbildung weiterentwickeln? Was bedeutet richterliche Verantwortung heute? Und welche Chancen und Herausforderungen bringen künstliche Intelligenz und soziale Medien für die richterliche Arbeit mit sich?

Diese und weitere Fragen diskutierten vom 12. bis 14. August 2026 über 130 junge Richterinnen und Richter aus dem gesamten Bundesgebiet bei der Veranstaltung „Zukunft der Justiz – Justiz der Zukunft“ in Trier. In einem intensiven Austausch untereinander und mit den ebenfalls anwesenden Präsidentinnen und Präsidenten der Oberlandesgerichte Katrin Rieke (OLG Braunschweig), Stefanie Otte (OLG Celle), Gudrun Schäpers (OLG Hamm), Jörg Müller (OLG Karls-ruhe), Thomas Henrichs (OLG Koblenz), Kai-Uwe Theede (OLG Rostock) und Bernhard Thurn (OLG Zweibrücken) beschäftigten sich die teilnehmenden Assessorinnen und Assessoren mit aktuellen Herausforderungen des Richterberufs und einer modernen Justiz.

Mit diesen Zukunftsthemen setzten sich die Teilnehmenden in sechs von unterschiedlichen Oberlandesgerichten ausgerichteten Workshops auseinander:

- Gesucht: Podcaster/-in (m/w/d) – Fragen rund um den Berufs-einstieg (OLG Hamm)
- Richterliches Selbstverständnis – Swipe up für die Persönlichkeit, die passt (OLG Braunschweig)
- Die Verfassung als Kompass – und wir mittendrin (OLG Koblenz / OLG Zweibrücken gemeinsam mit Prof. Dr. Antje von Ungern-Sternberg, Universität Trier)
- Mensch oder Maschine – Entscheidungen in Zeiten Künstlicher Intelligenz (OLG Celle)
- Souverän entscheiden – auch unter Beobachtung (Brandenburgisches OLG / OLG Rostock)
- Social Media in der Justiz (OLG Karlsruhe / OLG Koblenz)

Zum Auftakt betonte Thomas Henrichs in seiner Begrüßung: „Wir wollen Ihnen ein Forum bieten und Ihre Ideen und Perspektiven in unsere Arbeit und die Gestaltung der Justiz einbeziehen“. Der rheinland-pfälzische Minister der Justiz und für Verbraucherschutz, Dr. Helmut Martin, griff diesen Gedanken in seinem Grußwort auf und appellierte an die jungen Richterinnen und Richter, sich aktiv einzubringen und für den Rechtsstaat einzustehen.

Die anschließenden Podiumsdiskussionen und Gespräche blieben dabei nicht auf die Bühne beschränkt: Über ein digitales Beteiligungstool konnten die anwesenden Assessorinnen und Assessoren zu verschiedenen Fragen abstimmen; die Ergebnisse wurden unmittelbar einbezogen. Dabei wurden auch kritische Stimmen und konkrete Veränderungsimpulse für die Justiz von morgen formuliert. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Philip Raillon.

Neben der inhaltlichen Arbeit bot die Veranstaltung bei einem at-traktiven Rahmenprogramm bewusst Raum für einen persönlichen Austausch und die Vernetzung über Gerichts- und Ländergrenzen hinweg.

Hintergrund: Die Veranstaltung knüpft an den ersten bundesweiten Austausch junger Richterinnen und Richter an, der 2024 in Recklinghausen stattfand und auf eine Initiative der Oberlandesgerichte Braunschweig, Celle, Hamm und Koblenz zurückgeht. Nach dem erfolgreichen Auftakt wurde das Format nun unter der federführenden Organisation des Oberlandesgerichts Koblenz in Trier fortgesetzt. An der Vorbereitung und inhaltlichen Gestaltung wirkten daneben das Brandenburgische Oberlandesgericht, die Oberlandesgerichte Braunschweig, Celle, Hamm, Karlsruhe, Rostock sowie das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht und das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken mit.

Daniel Große-Kreul
Pressedezernent