Minister Limbach und Anstaltsleiterin Angela Wotzlaw
Anstaltsleiterin der JVA Köln, Angela Wotzlaw und Dr. Benjamin Limbach
Quelle: Justiz NRW

Wachsamkeit, Technik und Diensthunde: Gemeinsam für die Sicherheit im Justizvollzug

Minister der Justiz Dr. Benjamin Limbach besuchte heute die Justizvollzugsanstalt Köln. Im Mittelpunkt des Besuchs stand die Demonstration einer Haftraumkontrolle mittels eines Diensthundes.

Minister Dr. Limbach: „Gefängnisse sind keine rechtsfreien Räume. Wer Drogen, Handys und andere verbotene Gegenstände in unsere Justizvollzugsanstalten bringt, gefährdet Gefangene und Bedienstete und untergräbt die Sicherheit in den Justizvollzugsanstalten. Deshalb setzen wir auf ein enges Zusammenspiel aus konsequenten Kontrollen, moderner Technik und speziell ausgebildeten Diensthunden. Dabei gilt mein besonderer Dank den Justizvollzugsbediensteten, die mit Fachwissen, Erfahrung, Wachsamkeit und hohem persönlichen Einsatz für einen sicheren Justizvollzug sorgen.“

Das Auffinden von Betäubungsmitteln, insbesondere von neuen psychoaktiven Stoffen (NPS), sowie von Mobiltelefonen und anderen verbotenen Gegenständen bewerkstelligen die Justizvollzugsanstalten mit Kontroll- und Sicherungsmaßnahmen, die auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt sind. Hierzu gehören beispielsweise die Kontrolle von Freiflächen, insbesondere der Freistundenhöfe vor der Zuführung von Gefangenen, die Überwachung von Besuchen oder die Kontrolle eingehender Lieferungen und Postsendungen. 
Besondere Bedeutung beim Auffinden von NPS kommt der Diensthundestaffel des Justizvollzuges zu. NPS sind chemische Verbindungen, die die Wirkung verbotener Drogen nachahmen und potenziell mit lebensgefährlichen Nebenwirkungen verbunden sind. Im Justizvollzug stellen sie eine große Herausforderung dar, weil sie sich unauffällig auf Papier verbergen lassen und mit herkömmlichen Methoden bei der Post- oder Haftraumkontrollen nur schwer aufzuspüren sind. In Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA NRW) konnten mittlerweile vier Diensthunde der Staffel dahingehend trainiert werden, dass sie NPS zuverlässig erkennen. Die Diensthundestaffel des Justizvollzugs NRW ist damit bundesweiter Vorreiter auf diesem Gebiet.

Nordrhein-Westfalen entwickelt auch sein technisches Instrumentarium fortlaufend weiter. Ein weiterer Baustein der Sicherungsmaßnahmen ist der in der Pilotierungsphase befindliche IONSCANN 600, ein Ionenscanner, der zur Untersuchung verdächtiger Papiermaterialien eingesetzt wird.

Die Bedeutung wirksamer Kontrollen zeigen auch die Fundzahlen: in den nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalten wurden im Jahr 2025 1337 Handy- oder Smartphone sowie 1713 Betäubungsmittel aufgefunden und sichergestellt. Davon entfiel ein Anteil von 31% auf NPS. 
Minister Limbach nutzte den Besuch zugleich für einen Austausch mit den Bediensteten der JVA Köln über ihre praktischen Erfahrungen und besonderen Herausforderungen bei der Verhinderung des Einbringens verbotener Gegenstände.

Über die Diensthundestaffel des Justizvollzugs:
Der Justizvollzug verfügt seit dem Jahr 2010 über eine eigene Diensthundestaffel. Zunächst stand dabei das Auffinden von Drogen im Vordergrund. Seit 2019 werden die Diensthunde auch zum Aufspüren von Datenspeichern ausgebildet, insbesondere um im Vollzug verbotene Handys aufzuspüren.
Die Diensthundestaffel ist dezentral organisiert. Die acht Diensthundeführerinnen und Diensthundeführer sind mit dreizehn dual ausgebildeten Rauschgift- und Datenspeicher - Spürhunden ausgestattet. Sie kommen in allen 36 Anstalten des Landes zum Einsatz.
Im letzten Jahr absolvierte die Diensthundestaffel 322 Einsätze.